ZEW-Index signalisiert fragile Konjunkturerholung in Deutschland
von Hubert Hunscheidt
Die Konjunkturerwartungen für Deutschland bleiben im Februar weitgehend stabil. Der vom ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhobene Index liegt bei plus 58,3 Punkten und damit leicht unter dem Vormonatswert. Gleichzeitig verbessert sich die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage deutlich: Der Lageindikator steigt um 6,8 Punkte auf minus 65,9 Punkte.
Nach Einschätzung des ZEW befindet sich die deutsche Wirtschaft weiterhin in einer Phase fragiler Erholung. Strukturelle Herausforderungen – insbesondere in der Industrie sowie bei privaten Investitionen – bleiben bestehen. Reformen der Sozialversicherungssysteme könnten jedoch zur Stärkung der Standortattraktivität beitragen.
Positive Impulse kommen vor allem aus exportorientierten Branchen. Die Erwartungen verbessern sich unter anderem in der Chemie- und Pharmaindustrie, in der Stahl- und Metallproduktion sowie im Maschinenbau. Diese Entwicklung spiegelt vermutlich die besser als erwartet ausgefallenen Auftragseingänge zum Jahresende 2025 wider. Auch die Perspektiven für den privaten Konsum hellen sich trotz anhaltender Unsicherheit etwas auf, während Banken, IT-Branche und Versicherungen rückläufige Erwartungen melden.
Für die Eurozone zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Erwartungen bleiben nahezu unverändert, während sich die Einschätzung der aktuellen Lage ebenfalls verbessert. Insgesamt deuten die aktuellen ZEW-Daten auf eine vorsichtige Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung hin, ohne dass bereits von einer dynamischen Erholung gesprochen werden kann.
Quelle: ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH / Foto: Fotolia