WV Stahl-Hauptgeschäftsführerin zu den Ergebnissen des Koalitionsausschusses
von Hubert Hunscheidt
Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl:
„Es ist gut, dass sich die Bundesregierung heute auf eine einheitliche und klare Position beim EU Automotive Package verständigt hat. Wir begrüßen insbesondere das Bekenntnis zum Anrechnungsmechanismus für emissionsarmen Stahl, der von der EU-Kommission vorgeschlagen worden war. Denn damit werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: die Automobilindustrie erhält auf ihrem Weg in die Klimaneutralität mehr Flexibilität. Zugleich wird die Nachfrage nach klimafreundlicherem Stahl gezielt gestärkt. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu einem Leitmarkt für grünen Stahl – bei dem für uns entscheidend ist, dass dieser emissionsarme Stahl auch in der EU produziert worden ist.
Zu bedauern ist, dass die Koalitionspartner beim Energiesofortprogramm die Industrie ausgeklammert haben. Gerade für energieintensive Branchen wie die Stahlindustrie führt die jüngste Energiekrise zu erheblichen Zusatzbelastungen, die die ohnehin international nicht wettbewerbsfähigen Energiepreise noch weiter erhöhen. Umso wichtiger ist jetzt, die bereits angekündigten Maßnahmen umgehend umzusetzen: vor allem bei der Strompreiskompensation brauchen wir schnell Planungssicherheit!
Die aktuelle Krise bestätigt einmal mehr, wie wichtig verlässliche politische Rahmenbedingungen sind. Um die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industrie- und Stahlstandorts langfristig sicherzustellen, braucht es eine mutige industriepolitische Entscheidung, die einen Strompreis für die Industrie von 50 Euro pro Megawattstunde sicherstellt – und das all in, also inklusive Netzentgelte, Abgaben und Umlagen.“
Quelle und Foto: Wirtschaftsvereinigung Stahl