RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Welthandel zeigt Anzeichen einer Erholung
von Hubert Hunscheidt
Insgesamt zeigt sich der Welthandel robuster als zunächst erwartet.
Der Containerumschlag in den internationalen Häfen ist im Mai 2026 leicht gestiegen. Der vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und dem Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) berechnete Containerumschlag-Index stieg um 0,3 Punkte von 141,6 (revidiert) auf 141,9 Indexpunkte. Damit stabilisiert sich der Index nach den deutlichen Rückgängen der beiden Vormonate.
Ein Grund für die Stabilisierung dürfte sein, dass die Belastungen durch die stark gestiegenen Ölpreise infolge des Iran-Kriegs nachgelassen haben. Der Ölpreis der Sorte Brent erreichte seinen Höchstwert Ende April und ist seitdem wieder um fast 30 Prozent gefallen. Die Straße von Hormus war im Mai jedoch weiterhin weitgehend gesperrt.
Unterschiede in wichtigen Hafenregionen
Ein Anstieg des Containerumschlags war vor allem in den nordeuropäischen Häfen zu beobachten. Der Nordrange-Index, der als Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung im nördlichen Euroraum, insbesondere in Deutschland, gilt, stieg von 119,6 Punkten (revidiert) auf 120,0 Punkte. Dagegen fiel der Index für die chinesischen Häfen von 158,9 auf 157,6 Punkte. Hierbei dürfte es sich weiterhin um eine Gegenbewegung zu dem kräftigen Anstieg des Containerumschlags zu Jahresbeginn handeln.
Erholung des Welthandels dürfte sich fortsetzen
Zur Entwicklung des Containerumschlag-Index sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt: „Die Stabilisierung des RWI/ISL-Containerumschlag-Index deutet darauf hin, dass die Belastungen durch den Iran-Krieg nachlassen. Sollten die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zu einer dauerhaften Öffnung der Straße von Hormus führen, dürfte sich der Welthandel weiter erholen.“
Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V. / Foto: marketSTEEL