Weltweit starker Einbruch der Stahlnachfrage

von Hubert Hunscheidt

Aufgrund der Ausbreitung von Covid-19 und der damit einhergehenden Maßnahmen brach die weltweite Stahlproduktion in der ersten Hälfte dieses Jahres dramatisch ein. Kein anderes Ereignis - einschließlich der Finanzkrise 2009 - schwächte die Fundamentaldaten des Stahlmarktes so stark ab.

Global mussten die Stahlproduzenten reagieren und zum Teil drastische Maßnahmen ergreifen. Neben dem Auftragsrückgang in den am stärksten betroffenen Ländern mussten die Hersteller lokale Eindämmungsmaßnahmen anpassen, Arbeitskräfte schützen und den Personalmangel bewältigen.

So schrumpfte die Produktion in den größten stahlproduzierenden Ländern, wobei die stärksten prozentualen Rückgänge in der Europäischen Union, in Indien und in den Vereinigten Staaten zu verzeichnen waren. 

Setzt sich der Kapazitätsabbau weiter fort?

Eine Reihe von Stahlwerken erweiterte in der ersten Jahreshälfte Wartungspläne oder zog diese vor. Darüber hinaus wurden aber auch Hochöfen stillgelegt. Ein Neustart wird kostspielig und die kurzfristigen Aussichten für den Stahlverbrauch sind ungewiss.

Daher dürfte die Stahlproduktion in den meisten Ländern auch im dritten Quartal dieses Jahres begrenzt bleiben. Nur das chinesische Produktionsniveau setzte sich auch während des Lockdowns unvermindert fort. Dies führte dazu, das der Anteil Chinas auf über 50 Prozent der weltweiten Stahlproduktion anwuchs.

Quelle: MEPS / Vorschaufoto: fotolia

 

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