Waelzholz baut erstes Kaltwalzwerk in Mexiko

von Hubert Hunscheidt

Waelzholz baut seine Produktionspräsenz in Nordamerika deutlich aus. Das Hagener Unternehmen errichtet nahe Saltillo sein erstes eigenes Kaltwalzwerk in Mexiko. Mitte 2028 soll die Fertigung starten. Geplant ist zunächst eine Jahreskapazität von bis zu 50.000 Tonnen kaltgewalzter Stahlwerkstoffe für den nordamerikanischen Markt.

Mit der Investition entwickelt Waelzholz seine bisherige Vertriebspräsenz in Mexiko zu einem vollwertigen Produktionsstandort weiter. Ausschlaggebend ist nach Unternehmensangaben vor allem die wachsende Nachfrage aus der nordamerikanischen Automobil- und Elektroindustrie. Gleichzeitig sollen kürzere Transportwege die Lieferketten stabiler machen und die Versorgung der Kunden in Mexiko und im Süden der USA verbessern.

„Mit der Investition in ein eigenes Kaltwalzwerk in Mexiko begegnen wir dem wachsenden Bedarf unserer Kunden vor Ort mit technologisch führenden Lösungen direkt in der Region“, erklärt Dr. Heino Buddenberg, Vorsitzender der Geschäftsführung der Waelzholz Gruppe. Der neue Standort sei ein wichtiger Schritt, um die Position des Unternehmens in einem dynamisch wachsenden Markt zu festigen.

Kapazität kann auf 100.000 Tonnen steigen

Das Werk entsteht auf einer rund 60.000 Quadratmeter großen Fläche etwa 85 Kilometer westlich von Monterrey. Vorgesehen ist die vollständige Prozesskette der Kaltwalztechnologie. Rund 100 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Zugleich hält sich Waelzholz die Möglichkeit offen, die Kapazität schrittweise auf bis zu 100.000 Tonnen jährlich zu verdoppeln.

Produziert werden zunächst maßgeschneiderte Bandstahlprodukte, darunter hochlegierte, niedriglegierte und hochfeste Güten sowie DC-Güten. Einsatzgebiete liegen unter anderem in der Automobilindustrie, beispielsweise bei Getriebeteilen, Sitzkomponenten und Anwendungen der Fahrsicherheit. Weitere Abnehmer kommen aus der Werkzeug- und Elektroindustrie.

Waelzholz will dabei an allen Standorten mit harmonisierten Produktionsparametern arbeiten. Kunden in Nordamerika sollen dadurch die gleichen Materialeigenschaften und engen Toleranzen erhalten wie bei Produkten aus anderen Werken der Gruppe.

„Local for Local“ stärkt Lieferketten

Mit der Fertigung in Mexiko verfolgt Waelzholz konsequent einen „Local-for-Local“-Ansatz. Neben kürzeren Lieferzeiten und einer höheren Versorgungssicherheit ermöglicht die lokale Produktion dem Unternehmen nach eigenen Angaben auch, die Ursprungsregeln des USMCA-Abkommens vollständig zu erfüllen.

Gemeinsam mit dem bestehenden Service Center in Cleveland rückt Waelzholz damit näher an seine nordamerikanischen Kunden. „Hohe Verfügbarkeit und kurze Wege. Mit dem neuen Werk und unserem Service Center in Cleveland sind wir für unsere Kunden in Nordamerika so nah wie nie zuvor“, sagt Omar Chávez, kaufmännischer Geschäftsführer von Waelzholz México.

Die kürzeren Transportwege sollen zugleich den ökologischen Fußabdruck reduzieren. Für Waelzholz ist die Investition damit nicht nur ein Ausbau der Produktionskapazitäten, sondern auch Teil der langfristigen Internationalisierungsstrategie. „Mit dem neuen Produktionsstandort in Mexiko erweitern wir unser globales Netzwerk gezielt in einem strategisch wichtigen Wirtschaftsraum und stärken die regionalen Lieferketten unserer global agierenden Kunden“, so Buddenberg.

Quelle und Foto: C.D. Wälzholz GmbH & Co. KG