Wachstum 2026 schwächelt weltweit
von Hubert Hunscheidt
Die US-Konjunktur dürfte trotz der eigenhändig verursachten Angebotsschocks in der Migrations- und Handelspolitik aufgrund des KI-Booms und der Steuergesetzgebung erneut mit zwei Prozent wachsen. Die Effekte der jüngsten Zolldrohung des US-Präsidenten gegenüber einigen europäischen Ländern und möglicher Gegenmaßnahmen sind hier noch nicht berücksichtigt.
Die Wirtschaft im Euroraum dürfte im Jahresdurchschnitt leicht nachgeben und mit 1,1 Prozent wachsen. Während die inländischen Wachstumskräfte allmählich anziehen, belastet der Außenhandel vor allem im ersten Halbjahr noch.
Dank eines kräftigen Fiskalimpulses dürfte die deutsche Wirtschaft um ein Prozent wachsen. Die Koalitionsmaßnahmen sollten die Investitionstätigkeit ins Plus drehen und die Konsumausgaben im Wachstum halten. Der Außenbeitrag wird erneut belasten.
Chinas Wirtschaft dürfte im laufenden Jahr mit viereinhalb Prozent wachsen. Die Konsumentenstimmung, die Investitionen und der Immobilienmarkt belasten weiter.
Die globale Inflation lässt weiter nach, auch wenn sich der Preisdruck zwischen den großen Volkswirtschaften unterscheidet. Zentralbanken bleiben daher vorsichtig und passen ihre Geldpolitik nur schrittweise an, um sowohl Inflationsrisiken als auch konjunkturelle Unsicherheiten im Blick zu behalten.
Die Finanzpolitik wird insgesamt neutral wirken. Impulse in den USA, Japan und Deutschland stehen Konsolidierungen in anderen Ländern gegenüber.
Die OECD-Länder brauchen strukturelle Reformen zugunsten von Investitionen in die doppelte Transformation. Reformen zur Reduktion von Bürokratie, zur Vereinfachung von Regulierung und zur Senkung von Markteintrittsbarrieren sind daher zentral für die Stärkung von Produktivität, Investitionen und Innovation.
Ein PDF zum globaler Wachstumsausblick – Januar 2026 steht hier zur Verfügung.
Quelle: Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI) / Foto: Fotolia