Voestalpine treibt Bau der Hy4Smelt-Demonstrationsanlage voran
von Hubert Hunscheidt
Der Bau der Hy4Smelt-Demonstrationsanlage von voestalpine schreitet voran. Ab November 2027 soll dort über drei Jahre eine neue Verfahrensroute für die Stahlproduktion mit Net-Zero-CO₂-Emissionen erforscht werden. Das Projekt kombiniert erstmals wasserstoffbasierte Direktreduktion von ultrafeinen Eisenerzen mit einem nachgeschalteten elektrischen Schmelzprozess.
Seit dem Spatenstich im September 2025 sind unter anderem die Smelterhalle, eine Mahl- und Trocknungsanlage sowie das Fundament für den HYFOR-Turm entstanden. Zudem wurde eine rund einen Kilometer lange Wasserstoffleitung zur benachbarten H2-Future-Anlage errichtet. Von dort soll der für die Direktreduktion benötigte Wasserstoff kommen.
Zentrales Equipment kommt ab Herbst
Seit Sommer 2026 wird die rund 2.800 Tonnen schwere Stahlkonstruktion der Forschungsanlage aufgebaut. Ab Herbst sollen die zentralen Anlagenkomponenten angeliefert werden. Dazu gehören der Smelterofen und die HYFOR-Reaktoren.
In den Reaktoren wird fein aufbereitetes Eisenerz mithilfe von Wasserstoff und Wirbelschichttechnologie zu Eisenschwamm reduziert. Anschließend folgt der elektrische Schmelzprozess. Mit dieser Kombination sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die später auf Anlagen im industriellen Maßstab übertragen werden können.
Die Demonstrationsanlage ist Teil des Transformationsprogramms greentec steel von voestalpine. Das Unternehmen verfolgt langfristig das Ziel, bis 2050 Stahl mit Net-Zero-CO₂-Emissionen herzustellen.
Forschungsbetrieb startet im November 2027
Nach der geplanten Fertigstellung 2027 soll Hy4Smelt ab November für zunächst drei Jahre in den Forschungsbetrieb gehen. Dabei soll ein kontinuierlicher industrieller Betrieb möglichst realitätsnah abgebildet werden. Rund 50 Beschäftigte werden die Anlage im Schichtbetrieb betreiben und bereits im Vorfeld für den Umgang mit Wasserstoff geschult. Wissenschaftspartner ist das metallurgische Kompetenzzentrum K1-MET.
voestalpine bezeichnet Hy4Smelt als größtes österreichisches Forschungsprojekt für den Klimaschutz. Ziel sei es, technisches Wissen für Planung und Betrieb einer späteren industriellen Anlage aufzubauen.
An dem Projekt sind neben voestalpine der Anlagenbauer Primetals Technologies und der Bergbaukonzern Rio Tinto beteiligt. Primetals verantwortet Entwicklung und Umsetzung der neuen Anlagentechnologien. Rio Tinto bringt technische Expertise ein und soll rund 70 Prozent des für die Forschungsanlage benötigten Eisenerzes liefern.
Nach Angaben der Projektleitung liegen sowohl Bauplanung als auch Bauausführung derzeit im vorgesehenen Terminplan.
Quelle und Foto: Voestalpine AG