voestalpine steigert Ergebnis im ersten Quartal und Steel Division gewinnt Marktanteile
von Hubert Hunscheidt
Die voestalpine hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 trotz anhaltender geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten eine solide Geschäftsentwicklung erzielt. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,4 Prozent auf 4,0 Milliarden Euro. Das EBITDA verbesserte sich deutlich von 361 auf 495 Millionen Euro, das EBIT legte um 78,8 Prozent auf 307 Millionen Euro zu. Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich auf 196 Millionen Euro nach 106 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Aus Sicht der Stahlindustrie entwickelte sich insbesondere die Steel Division positiv. Dank hoher Produktqualität, zuverlässiger Lieferfähigkeit und stabiler Logistik konnte der Geschäftsbereich seine Marktanteile in der Automobilindustrie weiter ausbauen – trotz des weiterhin schwierigen europäischen Fahrzeugmarktes. Ebenfalls robust zeigte sich das Segment Railway Systems, das mit einem Auftrag im Wert von 470 Millionen Euro für das Infrastrukturprojekt Rail Baltica den größten Einzelauftrag seiner Geschichte erhielt.
Demgegenüber blieb die Nachfrage aus der Bau-, Maschinenbau- und Konsumgüterindustrie auf einem gedämpften Niveau. Der Energiesektor entwickelte sich verhalten, während das Automotive-Components-Geschäft weiterhin unter der schwachen europäischen Automobilkonjunktur litt. Positiv verlief dagegen die Entwicklung im Luftfahrtgeschäft sowie im Bereich Lagertechnik.
Parallel setzt voestalpine ihre strategische Neuausrichtung fort. In der High Performance Metals Division wird das Portfolio konsequent auf hochwertige Spezialwerkstoffe fokussiert. Mit dem Verkauf der voestalpine BÖHLER Profil ist die Bereinigung des Geschäftsportfolios nahezu abgeschlossen. Gleichzeitig laufen Restrukturierungsmaßnahmen im deutschen Automotive-Components-Geschäft weiter.
Auch international baut der Konzern seine Produktionskapazitäten aus. In Jeffersonville (Indiana/USA) wurde die Kapazität für hochfeste Längsträger für Nutzfahrzeuge nach einer Investition von rund 70 Millionen Euro verdoppelt. In Kanada errichtet voestalpine Railway Systems zudem eine neue Fertigung für Weichen- und Schienenkomponenten im Rahmen eines langfristigen Liefervertrags mit Canadian National.
Bei der Transformation der Stahlproduktion hält der Konzern an seiner greentec steel-Strategie fest. Die Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz sollen im ersten Halbjahr 2027 planmäßig den Betrieb aufnehmen. Darüber hinaus investiert voestalpine weitere rund 100 Millionen Euro in den Ausbau des Standorts Donawitz. Mit zusätzlichen Anlagen für Stromversorgung, Sekundärmetallurgie und Schrottlogistik soll dort bis 2030 eine vollständig elektrifizierte Stahlproduktion möglich werden.
Auch die Bilanz entwickelte sich positiv. Die Nettofinanzverschuldung sank im Jahresvergleich um 28,7 Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Gleichzeitig erhöhte sich das Eigenkapital auf acht Milliarden Euro, während sich die Gearing Ratio auf 12,9 Prozent verbesserte.
Für das Gesamtgeschäftsjahr 2026/27 bestätigt der Vorstand seine Prognose. Trotz anhaltender geopolitischer Risiken und volatiler Rahmenbedingungen erwartet voestalpine weiterhin ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro. Grundlage dafür sind die breite Diversifizierung des Konzerns, laufende Effizienzprogramme sowie erste positive Impulse aus regulatorischen Maßnahmen in Europa.
Quelle und Foto: Voestalpine AG