Verwirrung am Ölmarkt: OPEC+ erhöht die Produktion

Frankfurt/Main - Wie die Commerzbank mitteilt, ist der WTI-Ölpreis (Juni-Future) am 4.5. um gut 6% auf 18,5 USD gefallen, nachdem er sich vom Tief am Dienstag bis Freitag letzter Woche auf über 20 USD je Barrel verdoppelt hatte. Eigentlich war doch die Rede von massiven Produktionskürzungen gewesen. Das Gegenteil ist nun der Fall. Im Vorfeld der Produktionseinschnitte im Mai hat die OPEC ihre Produktion im April nochmals massiv um 1,61 Mio. auf 30,25 Mio. (Reuters) bzw. um 1,73 Mio. auf 30,36 Mio. Barrel täglich (Bloomberg) ausgeweitet, der stärkste Monatsanstieg seit mindestens 1987.

Russland hat seine Produktion ebenfalls leicht auf umgerechnet 11,35 Mio. Barrel täglich erhöht, die höchste Tagesproduktion seit Januar 2019.

Damit dürfte nach Ansicht von Commerzbank Research die OPEC+ nicht nur zum Preisrückgang seit März beigetragen, sondern auch langfristig ihre Aufgabe der Marktbereinigung von überschüssigen Kapazitäten erschwert haben. Die Überschüsse haben zum einen große Teile der freien Lagerkapazitäten weggenommen. Zum anderen werden sie auch später, wenn sich die Nachfrage wieder erholt, auf dem Markt lasten.

In den USA ist laut Commerzbank der Produktionsrückgang jedoch voll im Gange. Laut den vorläufigen DOE-Daten ist die US-Ölproduktion im April in nur einem Monat von 13 Mio. auf 12,1 Mio. Barrel täglich gefallen. Der Rückgang dürfte sich fortsetzen. Laut Baker Hughes ist die Anzahl aktiver Ölbohrungen in den USA letzte Woche erneut um 53 gefallen und liegt mit 325 auf dem niedrigsten Stand seit Ende Mai 2016. Diese Woche dürfte sie sogar auf den niedrigsten Stand seit 2009 fallen. In nur zwei Monaten hat sich die Bohraktivität damit mehr als halbiert.

Und schon geht der Ölpreis wieder hoch: Laut Handelsblatt haben heute, am 5.5., die Ölpreise zugelegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent lag demnach bei 28,40 US-Dollar, also 1,20 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI hat laut Handelsblatt um 1,36 Dollar auf 21,74 Dollar zugelegt.

Das Handelsblatt verweist in seinem Bericht am 5.5. auf Informationen, wonach die Ölförderung verringert worden sei und deshalb die Rohölschwämme an den Märkten abebben könnte.

QuelleCommerzbank AG / Commerzbank Commodity Research  und Handelsblatt-online / Vorschaubild: fotolia

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