VDMA: 10-Prozent-Zolldeckel sollte ein Ziel der Kanzlerreise sein

von Hubert Hunscheidt

Zur Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz in die USA sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann:

  • "Bundeskanzler Merz sollte seine guten Beziehungen zu US-Präsident Trump nutzen, um eine umfassende und verlässliche Zollvereinbarung zwischen der EU und den USA zu erreichen. Ziel sollte ein einheitlicher Zolldeckel von maximal 10 Prozent für alle EU-Produkte sein, einschließlich der bislang geltenden Section‑232‑Zölle und sämtlicher weiterer Importabgaben."
  • "Trotz des aktuellen Fokus auf den Iran-Krieg sollte Merz dieses Thema ansprechen, weil die hohen Zölle den europäischen Maschinen- und Anlagenbau erheblich belasten. Für unsere Industrie lag der durchschnittliche US-Zolltarif nicht bei 15 Prozent, wie im EU-USA-Deal ursprünglich vereinbart, sondern real bei 24 Prozent. Diese deutliche Abweichung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die europäischen Maschinenbau-Exporte in die USA im Jahr 2025 um 8 Prozent gesunken sind."
  • "Weniger Maschinen- und Anlagenimporte aus Europa bedeuten für die USA weniger Reindustrialisierung, geringere Modernisierungsmöglichkeiten der eigenen Industrie und geringere Exportpotenziale. Für die USA ist es daher wirtschaftlich vorteilhaft, den effektiven EU-Zollsatz zu senken und verlässliche Marktzugänge zu schaffen."

Quelle: VDMA / Foto: Fotolia