Autor: von Angelika Albrecht

11.10.2018

VDM: Die deutsche Wirtschaft wächst langsamer

Berlin - Die deutsche Wirtschaft wächst langsamer. Dies zeigt der aktuelle Geschäftsklimaindex des Verbands Deutscher Metallhändler im vierten Quartal 2018. Mit 85,2 Indexpunkten liegt der Wirtschaftsindikator damit rund vier Indexpunkte hinter dem Wert des letzten Quartals.

Die vom VDM vorgenommene Umfrage innerhalb der NE-Metallwirtschaft kann insgesamt durchaus als Frühindikator für die gesamtdeutsche Wirtschaft gelten. So sind ohne die Nachfrage nach den industrie- und technologienotwendigen Metallen kaum Produktionen und Investitionen zu tätigen. Und ohne die NE-Metalle als Rohstoffe wird nur langsameres Wachstum generiert. Bestätigt wird dies dadurch, dass sich das Geschäftsklima der Metallwirtschaft immer etwas früher, aber mit selben Bewegungen zu den späteren Indizes der nahen Automobil- und Baubranche bewegt. 

"Die Unternehmen sind stark und gesund aufgestellt. Einzig: Es gibt eine Reihe unsicherer äußerer Faktoren, die die Aussichten beeinflussen", betont VDM Hauptgeschäftsführer Ralf Schmitz.

Auch die Ursachen haben der Verband und seine Profis bereits im Blick. So spielen die Abnahme von Exporten zu EU-Partnern ebenso wie die US-amerikanische Handelspolitik, das chinesische Wirtschaftsprogramm oder auch die Kursentwicklungen der türkischen Lira eine Rolle für die leicht getrübten Geschäftsaussichten.  

Ebenso bezieht die Metallwirtschaft innenpolitische Aspekte in ihrer Marktübersicht mit ein. Insbesondere das Fehlen von geeignetem Fachkräftenachwuchs und die damit einhergehende Sorge vor zwangsläufigen Engpässen erklärt die Kurve der Geschäftsaussichten.

Mit Blick auf die Metalle und ihre Preise gehen die befragten Unternehmen von einer gleichbleibend guten Marktversorgung aus. Gleichzeitig erwarten sie überwiegend im Kupfer und Zinn steigende Notierungen.

Über VDM

Der VDM vertritt seit 1907 die Interessen des NE-Metallgroßhandels und der NE-Metall-Recycling-Wirtschaft. Dazu gehören Neumetalle, Altmetalle sowie Strategische Sondermetalle. Seine über 230 Mitglieder repräsentieren etwa 700 Firmen bzw. Niederlassungen und decken rund 90 Prozent des Metallmarktes in Deutschland und Österreich ab. Hinzu kommen zahlreiche Unternehmen aus anderen europäischen Staaten. Hütten- und Schmelzbetriebe gehören ebenso zur Mitgliedschaft wie Händler, Recycler, an der Londoner Metallbörse (LME) tätige Broker und andere Spezialisten der Metallwirtschaft. Die Mitglieder des VDM generieren einen Umsatz von 39 Milliarden Euro, bewegen etwa 20 Millionen Tonnen an Metallen und beschäftigen rund 25.000 Mitarbeiter.

Quelle und Vorschaubild: Verband Deutscher Metallhändler e. V.