TRUMPF steigert Gewinn deutlich und meldet wieder mehr Aufträge
von Hubert Hunscheidt
Der Hochtechnologiekonzern TRUMPF aus Ditzingen blickt nach drei Jahren rückläufiger Auftragseingänge wieder optimistischer in die Zukunft. Im Geschäftsjahr 2025/26, das am 30. Juni 2026 endete, steigerte das Unternehmen seinen Auftragseingang um 6,6 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Der Umsatz blieb mit 4,34 Milliarden Euro nahezu unverändert auf Vorjahresniveau.
Besonders deutlich fiel die Verbesserung beim operativen Ergebnis aus: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 59 auf 480 Millionen Euro. Die EBIT-Rendite erhöhte sich damit von 1,4 auf 11,1 Prozent. Wesentlich dazu beigetragen haben nach Unternehmensangaben Kostensenkungen und die Bereinigung des Produktportfolios.
Werkzeugmaschinen bleiben umsatzstärkster Geschäftsbereich
Der Geschäftsbereich Werkzeugmaschinen erwirtschaftete mit 2,38 Milliarden Euro erneut den größten Umsatzanteil und lag damit leicht über dem Vorjahreswert von 2,36 Milliarden Euro. In der Lasertechnik ging der Umsatz dagegen von 1,25 auf 1,17 Milliarden Euro zurück.
Wachstumsimpulse kamen insbesondere aus dem Halbleitergeschäft. Das Geschäftsfeld EUV, in dem TRUMPF Hochleistungslaser für den niederländischen Anlagenbauer ASML liefert, legte um 9,2 Prozent auf 791 Millionen Euro zu. Auch die Elektronik entwickelte sich positiv und steigerte ihren Umsatz um 3,6 Prozent auf 458 Millionen Euro.
Regional zeigten sich deutliche Unterschiede. Die USA entwickelten sich mit einem Umsatzplus von 16,8 Prozent auf 772 Millionen Euro zum größten Einzelmarkt. In Deutschland sank der Umsatz dagegen um 6,4 Prozent auf 655 Millionen Euro. Auch in China verzeichnete TRUMPF mit einem Minus von 7,4 Prozent auf 446 Millionen Euro einen Rückgang.
Halbleiter, Rechenzentren und Automatisierung als Wachstumstreiber
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 erwartet TRUMPF weiteres Wachstum. Chancen sieht das Unternehmen insbesondere in der Halbleiterindustrie, der Elektromobilität, der Leistungselektronik sowie bei Fertigungstechnologien für die Ausstattung von Rechenzentren. Auch Smart-Factory-Lösungen, vernetzte Fertigung und humanoide Robotik gelten als Zukunftsfelder.

„Insbesondere der gestiegene Auftragseingang stimmt uns optimistisch für das laufende Geschäftsjahr, in dem wir weiteres Wachstum erwarten“, erklärte Vorstandsvorsitzende Nicola Leibinger-Kammüller. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und handelspolitischer Einschränkungen zeichne sich eine konjunkturelle Trendwende ab. Der positive Trend habe sich im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres bereits bestätigt.
Beschäftigtenzahl und Forschungsausgaben rückläufig
Die wirtschaftliche Erholung geht allerdings mit einem weiteren Personalabbau einher. Zum Geschäftsjahresende beschäftigte TRUMPF weltweit 17.583 Menschen, nach 18.303 im Vorjahr. In Deutschland sank die Beschäftigtenzahl um 7,1 Prozent auf 8.675.
Auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung gingen von 519 auf 492 Millionen Euro zurück. Mit einer Forschungsquote von 11,3 Prozent des Umsatzes investiert TRUMPF nach eigenen Angaben jedoch weiterhin überdurchschnittlich viel in neue Technologien.
Nach einer längeren Investitionszurückhaltung rechnet das Unternehmen damit, dass Industriekunden ihre Maschinenparks zunehmend modernisieren und verstärkt in automatisierte sowie digital vernetzte Fertigungslösungen investieren.
Quelle und Fotos: TRUMPF SE + Co. KG