Transformation im Saarland in Gefahr

von Hubert Hunscheidt

Die IG Metall Mitte erwartet von der Bundesregierung dringend flankierende Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung der Stahlproduktion im Saarland. Seit neun Monaten liegt dem Bundeswirtschaftsministerium ein Förderantrag für den sozial-ökologischen Umbau der saarländischen Stahlindustrie vor. Ein Brandbrief an Wirtschaftsminister Habeck ist bislang unbeantwortet geblieben. IG Metall und Betriebsrat rufen deshalb zum Stahl-Aktionstag am 19. Oktober im Saarland auf.

Die Unternehmen müssen ihre Produktion klimafreundlich umstellen, was zu einem erhöhten Stromverbrauch führt und das Problem der hohen Strompreise verschärft. Der von der IG Metall geforderte Brückenstrompreis ist von den politischen Entscheidungsträgern immer noch nicht auf den Weg gebracht.

Dem Förderantrag der saarländischen Stahlindustrie, dessen positiver Bescheid notwendig ist, um in Zukunft grünen Stahl an der Saar produzieren zu können, ist bisher nicht zugestimmt worden. Der Brandbrief an Wirtschaftsminister Habeck ist unbeantwortet geblieben. „Wenn nicht bald etwas passiert, ist die Transformation im Saarland hochgradig gefährdet. Es ist fünf vor zwölf,“ so Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte.

„Bis spätestens Ende des Jahres muss der Brückenstrompreis umgesetzt und die Förderung des Umbaus der Stahlproduktion beschlossen sein. Das sind Investitionen in die Zukunft. Eine weitere Verschleppung durch die Politik gefährdet den saarländischen Industriestandort, betont Stephan Ahr, Konzernbetriebsratsvorsitzender Saarstahl AG.

"Wenn die Förderung nicht rechtzeitig und in ausreichender Höhe kommt,gehen hier im Saarland sprichwörtlich die Lichter aus. Das Vertrauen in die Politik wäre nachhaltig gestört," betont Michael Fischer, Konzernbetriebsratsvorsitzender Dillinger.

Es ist entscheidend die Grundstoffindustrie, wie beispielsweise die Stahlindustrie, zu erhalten. Sie stellt den Beginn der Wertschöpfungsketten dar und ist entscheidend für den nachhaltigen Umbau der Produktion. Allein in der saarländischen Stahlindustrie arbeiten rund 14.000 Beschäftigte.

Quelle und Foto: IG Metall Bezirk Mitte

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