thyssenkrupp steigert Ergebnis – Steel Europe und Materials Services legen zu

von Hubert Hunscheidt

thyssenkrupp hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 trotz eines weiterhin schwierigen Marktumfelds Umsatz und operatives Ergebnis gesteigert. Der Konzernumsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 8 Prozent von 8,2 auf 8,8 Mrd. Euro. Das Bereinigte EBIT verbesserte sich von 155 auf 183 Mio. Euro. Positive Beiträge kamen insbesondere von Steel Europe, Materials Services und Marine Systems.

Der Auftragseingang ging dagegen von 10,1 auf 7,7 Mrd. Euro zurück. Dies ist vor allem auf den hohen Vergleichswert des Vorjahres zurückzuführen, als Marine Systems eine umfangreiche Auftragserweiterung verbucht hatte.

Steel Europe steigert Absatz und Ergebnis

Für die Stahlaktivitäten verlief das Quartal positiv. Steel Europe verzeichnete höhere Mengen bei Industrie-, Handels- und Automobilkunden und konnte seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern. Trotz eines weiterhin niedrigeren Erlösniveaus lieferte die Sparte erneut den größten Beitrag zum Bereinigten EBIT des Konzerns. Dazu trugen Maßnahmen aus dem Restrukturierungs- und Performanceprogramm APEX sowie günstigere Rohstoffkosten bei.

Auch strategisch kommt die Neuaufstellung voran. Der Verkauf der Anteile an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) an Salzgitter wurde im Juli vollzogen. Das nach einem Brand beschädigte neue Warmbandwerk 4 in Duisburg hat seinen Probebetrieb wieder aufgenommen. Gleichzeitig schreitet der Bau der Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg voran.

Die Verselbstständigung von thyssenkrupp Steel Europe mit einer möglichen Minderheitsbeteiligung der thyssenkrupp AG bleibt das strategische Ziel. Für Ende September ist ein Kapitalmarkttag geplant, bei dem Investoren und Analysten über die wirtschaftliche Entwicklung und die Neuaufstellung informiert werden sollen.

Werkstoffhandel profitiert von höheren Mengen und Preisen

Auch Materials Services entwickelte sich positiv. Höhere Absatzmengen und Preise, insbesondere im nordamerikanischen Werkstoffhandel und im internationalen Trading-Geschäft, sorgten für steigende Umsätze. Effizienz- und Restrukturierungsmaßnahmen verbesserten zusätzlich das Ergebnis.

Parallel bereitet thyssenkrupp die Verselbstständigung des Geschäfts vor. Materials Services tritt seit Juni unter der Marke tk accelis auf. Nach Zustimmung der Aktionäre zur Abspaltung einer Minderheitsbeteiligung ist noch 2026 eine Börsennotierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse vorgesehen. Zudem wurden die Verarbeitungskapazitäten für Kupfer in Nordamerika erweitert und ein erster Standort in Japan eröffnet.

Prognose für operatives Ergebnis angehoben

Aufgrund der verbesserten operativen Entwicklung hat thyssenkrupp seine Prognose für das Bereinigte EBIT nach oben eingegrenzt. Für das Gesamtjahr 2025/2026 werden nun 600 bis 900 Mio. Euro erwartet, nachdem bislang eine Spanne von 500 bis 900 Mio. Euro prognostiziert worden war.

Beim Konzernumsatz rechnet thyssenkrupp mit einem Rückgang zwischen 1 und 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Jahresüberschuss soll zwischen minus 700 und minus 400 Mio. Euro liegen. Die Prognose für den Free Cashflow vor M&A bleibt mit minus 600 bis minus 300 Mio. Euro unverändert.

Quelle und Foto: thyssenkrupp AG