Tata Steel nutzt Wärmespeicherlösung zur Abwärmenutzung im Sinterprozess

von Hubert Hunscheidt

Tata Steel hat gemeinsam mit dem deutschen Energie-Technologieunternehmen Kraftblock GmbH ein thermisches Energiespeichersystem am Sinterwerk 3 seines Standorts Jamshedpur erfolgreich in den Dauerbetrieb überführt. Nach rund einem Jahr Betrieb zeigt das Pilotprojekt stabile Ergebnisse und gilt als wichtiger Schritt hin zu einer energieeffizienteren und emissionsärmeren Stahlproduktion.

Das System nutzt hochtemperierte Abwärme aus dem Sinterprozess, die bislang ungenutzt in die Atmosphäre abgegeben wurde. Die zurückgewonnene Wärme wird gespeichert und anschließend zur Erwärmung von Prozesswasser eingesetzt, das im Sinterprozess benötigt wird. Dadurch sinken Brennstoffverbrauch und Energiebedarf, während gleichzeitig die Produktivität verbessert wird. Nach Unternehmensangaben lassen sich so jährlich rund 22.000 Tonnen CO₂-Emissionen vermeiden.

Der Sinterprozess dient der thermischen Agglomeration von Eisenerzfeinstoffen zu festen Sinterstücken, die anschließend im Hochofen zur Roheisenerzeugung eingesetzt werden. Gerade in diesem energieintensiven Produktionsschritt bietet die Nutzung von Abwärme erhebliche Effizienzpotenziale.

Das Projekt ist Teil der Nachhaltigkeits- und Innovationsstrategie von Tata Steel und wurde im Rahmen des Startup-Programms „TomorrowLAB“ umgesetzt, das neue Technologien zur Verbesserung von Energieeffizienz und Produktionsprozessen identifiziert und skaliert. Nach der erfolgreichen Implementierung am Sinterwerk eröffnen sich nun weitere Einsatzmöglichkeiten der Technologie, etwa an Hochtemperaturöfen oder in Fackelanlagen.

Die Partner sehen in der Kombination aus Wärmerückgewinnung und thermischer Speicherung einen skalierbaren Ansatz zur Senkung von Energieverbrauch und Betriebskosten in der Stahlindustrie – ein Ansatz, der auch für europäische Werke im Zuge der Dekarbonisierung zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Quelle und Foto: Tata Steel