Tata Steel investiert in britisches Werk

von Dagmar Dieterle

Tata Steel investitiert rund 30 Millionen Pfund an seinem Standort in Port Talbot, wie der Stahlkonzern am Donnerstag mitgeteilt hat. Laut dem Unternehmen soll mit der Investition die Zukunft der Stahlerzeugung im britischen Südwales weiter gesichert werden.

Die Ankündigung ist Teil einer Reihe von geplanten Investitionen in Großbritannien, die Tata Steel tätigt, um die Verlässlichkeit seiner Lieferkette zu erhöhen. Zugleich werden die Entwicklung und Produktion von Hochleistungsstählen ermöglicht, um dem wachsenden Bedarf an Stählen für Hybrid- und Elektroautos, energieeffiziente Häuser und Gebäude sowie innovative Lebensmittelverpackungen zu decken.

An seinem Standort in Wednesfield hat Tata Steel Anfang dieses Jahres bereits die modernste automatisierte Schweißstraße Großbritanniens vorgestellt, die Stähle für Automobilhersteller liefert. Nun soll ein 500 Tonnen schwerer Sauerstoffaufblaskonverter bei Tata Steel in Port Talbot ersetzt werden. Gleichzeitig tauscht das Unternehmen die massiven Kräne im Stahlwerk aus und installiert verbesserte Staubabsaughauben und energieeffiziente Antriebe, um so Emissionen zu verringern.

"Diese Investitionen erhöhen unsere Zuverlässigkeit und zeigen, dass wir uns für eine längerfristige Zukunft der Stahlerzeugung in Großbritannien einsetzen. Gleichzeitig investieren wir auch in unsere Fähigkeit, neue hochfeste Stähle in Großbritannien zu produzieren", sagt Bimlendra Jha, CEO von Tata Steel UK.

330 Tonnen Eisen wird zu Stahl

Bei dem 11 Meter hohen Sauerstoffaufblaskonverter handelt es sich um einen Stahlkessel, in dem Eisen in Stahl umgewandelt wird, bevor es weiterverarbeitet und schließlich an Kunden ausgeliefert wird. Nach seiner Installation wird der neue Behälter in jedem Produktionszyklus 330 Tonnen Eisen in Stahl umwandeln können. Dies geschieht dadurch, dass Sauerstoff mit doppelter Schallgeschwindigkeit durch flüssiges Eisen gepumpt wird, wodurch unerwünschter Kohlenstoff entfernt wird. Projektmanager Dave Murray erklärt, warum der neue Konverter benötigt wurde: "Wir haben zwei stahlerzeugende Konverter. Abgesehen von kurzen Wartungsintervallen, laufen diese rund um die Uhr bei Temperaturen von bis zu 1.700 Grad Celsius. Trotzdem halten sie jeweils rund 20 Jahre und ihr Austausch ist wesentlich, um einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen."

Quelle: Tata Steel Europe  Bildtext: Flüssigeisen wird im Tata Steel-Werk im britischen Port Talbot in einen Sauerstoffaufblaskonverter gegossen. (Foto: Tata Steel)

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