Tarifrunde Metall und Elektro: IG Metall startete bundesweite Warnstreiks

von Hubert Hunscheidt

In der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall nach Ablauf der Friedenspflicht bundesweite Warnstreiks eingeleitet. Die ersten Arbeitsniederlegungen waren für die Nacht zum 1. November angekündigt worden. Hintergrund ist das Angebot der Arbeitgeberverbände, das die Gewerkschaft als unzureichend zurückwies.

Die Tarifverhandlungen betreffen bundesweit rund 3,7 Millionen Beschäftigte, darunter Arbeitnehmer in der Metallverarbeitung sowie im Maschinen- und Anlagenbau.

Die IG Metall fordert ein Tarifpaket, das unterschiedliche wirtschaftliche Situationen der Unternehmen berücksichtigt. Dazu gehören eine Entgelterhöhung um fünf Prozent, tarifliche Vereinbarungen zur Sicherung von Arbeitsplätzen sowie eine Gewinnbeteiligung für Unternehmen mit besonders guter Geschäftsentwicklung.

Die Arbeitgeberverbände hatten dagegen eine Einmalzahlung für Juli 2027 angeboten, die unter bestimmten Voraussetzungen gestrichen werden könnte. Eine tabellenwirksame Entgelterhöhung um 1,3 Prozent soll erst ab Juli 2028 erfolgen.

IG Metall kritisiert Reallohnverluste

Die Gewerkschaft wertet das Angebot angesichts der Preisentwicklung als faktischen Reallohnverzicht. IG Metall-Vorsitzende Christiane Benner kritisierte, dass die Arbeitgeber den Beschäftigten damit Kaufkraft entziehen würden.

„Wir verlangen ein klares Bekenntnis der anderen Seite zu Standorten und Beschäftigten“, erklärte Benner. Das Arbeitgeberangebot habe in den Betrieben Unverständnis und Wut ausgelöst.

Auch IG Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski verwies auf die unterschiedlichen wirtschaftlichen Bedingungen innerhalb der Branche. Während einige Unternehmen unter erheblichem Kostendruck stünden, erzielten andere weiterhin gute Ergebnisse. Deshalb seien tarifliche Lösungen erforderlich, die sowohl Krisenbetrieben als auch wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen gerecht würden.

Mit den Warnstreiks erhöhte die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeberseite. Die Verhandlungen werden weiterhin auf regionaler Ebene durch die Bezirke der IG Metall geführt.

Quelle und Foto: IG Metall