Swiss Steel verschärft Sparkurs – weitere Stellen fallen in Deutschland weg

von Hubert Hunscheidt

 

Die Swiss Steel Group plant weitere Einschnitte an ihren deutschen Standorten. Konzernchef Frank Koch kündigte gegenüber der Schweizer „SonntagsZeitung“ eine weitere Sanierungsphase an. Wie viele Stellen davon betroffen sein werden, ließ er offen.

Ziel der Maßnahmen ist es, die Produktionsstandorte an die deutlich gesunkene Marktnachfrage anzupassen und wieder profitabel zu machen. Gleichzeitig will Swiss Steel seine Abhängigkeit vom Automobilgeschäft weiter reduzieren. Nach Angaben Kochs soll der Konzern ab 2028 wieder operativ schwarze Zahlen schreiben.

Belegschaft bereits deutlich reduziert

Swiss Steel hat seine Belegschaft in den vergangenen Jahren bereits erheblich verkleinert. Nach Angaben des Konzernchefs sank die Zahl der Beschäftigten von rund 13.000 auf aktuell etwa 6.500. Mit der jetzt angekündigten Restrukturierung wird sie nochmals zurückgehen. Ab 2028 soll Swiss Steel nach den Vorstellungen des Managements deutlich kleiner und stärker fokussiert aufgestellt sein.

Bereits Ende 2024 hatte der Speziallangstahlhersteller ein umfangreiches Anpassungsprogramm angekündigt. Damals sollten konzernweit rund 800 Vollzeitstellen beziehungsweise entsprechende Kapazitäten reduziert werden. Bei den Deutsche Edelstahlwerken in Deutschland wurde unter anderem eine Reduzierung der tariflichen Wochenarbeitszeit um rund 15 Prozent vereinbart.

Verlust steigt auf 311 Millionen Euro

Hintergrund der erneuten Sanierung ist die weiterhin schwierige wirtschaftliche Situation. Für 2025 weist Swiss Steel laut Medienberichten einen Verlust von 311 Millionen Euro aus. Im Vorjahr hatte das Minus bei 197 Millionen Euro gelegen. Neben der operativen Restrukturierung ist deshalb auch eine Sanierung der Bilanz vorgesehen. Einzelheiten dazu wurden bislang nicht genannt.

Zusätzlichen Druck erzeugen die verschärften EU-Schutzmaßnahmen für Stahlimporte. Die zollfreien Einfuhrkontingente für Stahl aus der Schweiz wurden deutlich reduziert. Davon ist insbesondere das Schweizer Werk in Emmenbrücke betroffen. Swiss Steel führt nach Angaben Kochs Gespräche mit der EU und der Schweizer Regierung über eine mögliche Lösung.

Quelle: Schweizer Radio und Fernsehen / Foto: Swiss Steel Holding AG