Stimmungsschwankungen an den Industriemetallmärkten

von Angelika Albrecht

Wie die Commerzbank-Rohstoffspezialisten melden, profitierten die Industriemetalle Ende letzter Woche von den zeitweise vermehrten US-Zinssenkungspekulationen. Kupfer erhielt zu Beginn der neuen Woche dann noch Unterstützung vonseiten der Nachfrage, nachdem die Lagerbestände an der LME einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu Freitag verzeichneten.

Allerdings ging den Metallen am Dienstag früh wieder die Puste aus, nachdem die vorgestellten Wirtschaftspläne im Rahmen des Nationalen Volkskongress in China keinen hinter dem Ofen hervorlocken konnten. Das Wachstumsziel von "rund 5%" wurde weitgehend erwartet. Das Ziel wird als amibitioniert eingeschätzt und dürfte entsprechend nur mit hinreichenden Stimulusmaßnahmen zu erreichen sein.

Zwar kündigte die Regierung an, weitere Finanzhilfen zur Verfügung zu stellen, die von den Lokalregierungen insbesondere für Infrastrukturausgaben verwendet werden dürften. Dies überzeugte die Marktteilnehmer aber offensichtlich nicht davon, dass eine erhebliche Erholung des Bausektors zu erwarten ist. Die Skepsis mit Blick auf den kriselnden Immobiliensektor dürfte noch groß sein.

Die Commerzbank meint jedoch: Sollte die Regierung in Peking im Laufe des Jahres keine bzw. nicht hinreichende Erfolge sehen, stehen die Chancen gut, dass sie ihre Bemühungen verstärkt. Zumindest für die zweite Jahreshälfte könnten daher positive Wachstumsimpulse zu erwarten sein, die die Metallpreise stärker stützen.


Quelle: Commerzbank AG / Commerzbank Commodity Research / Vorschaubild: Fotolia

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