STEEL.DAY stellte Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz in den Mittelpunkt
von Hubert Hunscheidt
Der STEEL.DAY widmete sich der Frage, wie Stahl und andere Werkstoffe den Wandel zu einer ressourcenschonenden und zirkulären Wirtschaft vorantreiben können. Unter dem Leitgedanken „Warum wir einen Steelday brauchen“ diskutierten Experten aus Industrie, Wissenschaft und Politik über die Rolle von Stahl als Schlüsselwerkstoff für nachhaltiges Bauen und geschlossene Materialkreisläufe.

Zum Auftakt erläuterten Lars Baumgürtel, CEO der ZINQ Gruppe, Prof. Dr. Olivier Vassart, CEO von ArcelorMittal Steligence, sowie Andreas Welser, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Welser Profile GmbH, warum die Ressourcen- und Kreislaufwende gerade jetzt neue Denkansätze und eine engere Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette erforderten. Im Mittelpunkt standen die Bedeutung von Materialität für Bau und Industrie sowie die Frage, wie sich lineare Wertschöpfungsketten in wirtschaftlich tragfähige Kreislaufsysteme überführen lassen.
Den politischen Rahmen setzte Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, mit ihrer Keynote „Bauwende? Ressourcenwende!“. In weiteren Vorträgen und Diskussionsrunden wurden unterschiedliche Aspekte der Zirkularität beleuchtet – von Cradle-to-Cradle-Konzepten über leistungsfähige Tragstrukturen aus Stahl bis hin zu Materialkatastern, modularem Bauen und gemeinsamen Standards für kreislauffähige Baustoffe.

Zu den Referenten gehörten unter anderem Prof. Dr. Michael Braungart, Mitbegründer des Cradle-to-Cradle-Designkonzepts, Roland Bechmann von der Werner Sobek AG, Christian Donath von der ECO Platform AISBL sowie Vertreter von Madaster Germany, dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der Welser Profile GmbH, ArcelorMittal und dem VDI Zentrum Ressourceneffizienz. Anhand verschiedener Praxisbeispiele wurde aufgezeigt, wie sich zirkuläre Geschäftsmodelle und ressourceneffiziente Baukonzepte bereits heute umsetzen lassen.
Am Nachmittag standen intelligente Design- und Produktkonzepte sowie konkrete Anwendungen aus der Praxis im Mittelpunkt. Eine abschließende Podiumsdiskussion beschäftigte sich mit der Frage, wie sich das Potenzial zirkulärer Lösungen schneller in industrielle Anwendungen überführen lässt. Anschließend nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zum fachlichen Austausch und Networking.
Mit seinem interdisziplinären Ansatz bot der STEEL.DAY eine Plattform für den Dialog zwischen Industrie, Bauwirtschaft, Politik und Wissenschaft. Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Transformation hin zu einer wettbewerbsfähigen Kreislaufwirtschaft nur durch gemeinsame Standards, innovative Werkstoffkonzepte und eine enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette gelingen kann. Stahl nahm dabei als dauerhaft recycelbarer Werkstoff eine zentrale Rolle ein.
Quelle und Fotos: marketSTEEL