Stahlproduktion weiter im Rückwärtsgang

von Angelika Albrecht

Die globale Stahlproduktion zeigte sich im Juli weiter rückläufig. Mit 150,1 Mio. Tonnen wurde im vergangenen Monat gut 1 Mio. Tonnen weniger Stahl produziert als im Juni. Wie die Commerzbank mitteilt, ging gegenüber dem Vorjahr die Produktion um 2,7 Mio. Tonnen und damit um 1,8% zurück. Hauptverantwortlich für den Rückgang war China, wo im Juli 3,2 Mio. Tonnen weniger produziert wurden als im gleichen Monat des Vorjahres.

Im Rest der Welt stieg die Produktion folglich leicht an. Allerdings gibt es auch hier große Unterschiede. Während die Produktion in Indien weiterhin zweistellig wächst, ging sie in Deutschland erneut zweistellig zurück. Auch in Japan, Russland und Südkorea fiel die Produktion, während sie in den USA und der Türkei leicht ansteigen konnte.

Die in dieser Woche veröffentlichten Schnellschätzungen der Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe konnten sich mehrheitlich verbessern. Einzig in UK kam es zu einem leichten Rückgang. Commerzbank Research meint, dies könnte auch auf eine Wiederbelebung der Stahlnachfrage aus der Industrie im August hindeuten, nachdem die PMIs im Juli deutlich zurückgegangen waren. Zeigen sich auch die PMIs in den anderen Regionen wieder verbessert (diese werden Anfang kommender Woche veröffentlicht), so dürfte es sich bei dem deutlichen Rückgang im Juli um einen Ausreißer nach unten gehandelt haben.

Der Preis von Eisenerz konnte sich infolgedessen in den letzten Tagen gut behaupten und tendiert weiterhin oberhalb von 100 USD je Tonne an der Börse in Singapur. In Anbetracht der Schwäche der Produktionszahlen in China und der anhaltenden Malaise im chinesischen Immobilienmarkt halten wir das momentane Preisniveau allerdings für ambitioniert.


Quelle: Commerzbank AG / Commerzbank Commodity Research (Autor: Volkmar Baur AC) / Vorschaubild: Fotolia