Stahlabsatz in Deutschland zieht im März deutlich an – Baugeschäft treibt Nachfrage
von Hubert Hunscheidt
Der Stahlabsatz in Deutschland hat im März 2026 deutlich zugelegt. Nach aktuellen Daten des Bundesverband Deutscher Stahlhandel stiegen die Verkäufe gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,4 Prozent und im Monatsvergleich um 9,3 Prozent auf rund 944.000 Tonnen.
Gleichzeitig entwickelten sich die Lagerbestände rückläufig. Während sie im Jahresvergleich leicht um 0,7 Prozent zulegten, sanken sie gegenüber Februar um 1,3 Prozent auf rund 1,9 Millionen Tonnen. Dies deutet auf eine zunehmende Marktbelebung hin.
Langprodukte mit stärkstem Wachstum
Besonders dynamisch zeigte sich der Markt für Langprodukte. Getrieben durch die saisonal stärkere Baukonjunktur stiegen die Verkäufe gegenüber dem Vormonat um 19,2 Prozent und im Jahresvergleich sogar um 23,9 Prozent auf rund 311.000 Tonnen.
Auch Flachprodukte verzeichneten ein moderates Wachstum: Die Verkäufe legten um 6,8 Prozent gegenüber Februar und um 2,7 Prozent im Jahresvergleich zu. Andere Stahlprodukte steigerten sich um 4,9 Prozent im Monatsvergleich und 7,1 Prozent im Jahresvergleich.
Bestände erstmals rückläufig
Erstmals seit Jahresbeginn gingen die Bestände bei Flachprodukten im Monatsvergleich zurück (−2,5 Prozent), lagen jedoch weiterhin leicht über Vorjahresniveau. Auch bei Langprodukten war ein Rückgang im Jahresvergleich zu beobachten, während sich im Monatsvergleich ein leichter Anstieg zeigte.
Diese Entwicklung unterstreicht, dass vorhandene Lagerbestände zunehmend abgebaut werden und die Nachfrage wieder stärker in den Markt zurückkehrt.
Preisentwicklung stabilisiert sich
Parallel dazu haben sich die Preise für Warmbandstahl (HRC) im März gefestigt. Laut Marktdaten stiegen die Preise im Ruhrgebiet von rund 670 Euro je Tonne Anfang März auf etwa 710 Euro je Tonne zum Monatsende und bewegten sich auch im April auf diesem Niveau.
Zuletzt zeigte sich eine leichte Korrektur: Für Nordwesteuropa wurden rund 705 Euro je Tonne gemeldet, während Südeuropa bei etwa 695 Euro je Tonne lag.
Markt bleibt abwartend
Trotz der stabileren Preise bleibt die Marktlage von Unsicherheit geprägt. Marktteilnehmer verweisen darauf, dass weitere Klarheit über die geplanten EU-Schutzmaßnahmen notwendig ist, bevor größere Einkaufsentscheidungen getroffen werden.
In Deutschland zeigen sich zudem Unterschiede zwischen Herstellern und Servicecentern: Während Werke ihre Preise stabil halten, bieten einige Händler Material aus Beständen zu leicht niedrigeren Konditionen an.
Fazit
Der deutsche Stahlmarkt zeigt im März erste Erholungstendenzen. Steigende Nachfrage im Bauwesen und sinkende Lagerbestände stützen den Absatz, während die Preisentwicklung aktuell stabil bleibt – auch wenn politische Rahmenbedingungen weiterhin für Zurückhaltung sorgen.
Quelle: Eurometal / Foto: marketSTEEL