Stahl-Aktionstag: IG Metall erhöht Druck auf die Politik
von Hubert Hunscheidt
Mit Kundgebungen in Berlin und Völklingen macht die IG Metall heute auf die angespannte Lage der deutschen Stahlindustrie aufmerksam. Unter dem Motto „Stahl hat Zukunft – bei uns!“ fordert die Gewerkschaft gemeinsam mit Beschäftigten aus zahlreichen Stahlwerken ein klares industriepolitisches Bekenntnis zum Standort Deutschland.
Im Mittelpunkt stehen Forderungen nach wettbewerbsfähigen Energiepreisen, einer verlässlichen Unterstützung der Transformation zur klimafreundlichen Stahlproduktion sowie einem wirksamen Schutz vor Marktverzerrungen durch staatlich subventionierte Importe. Die IG Metall sieht insbesondere die europäische und nationale Politik in der Pflicht, die Rahmenbedingungen für Investitionen in moderne Produktionsanlagen und klimafreundliche Technologien zu verbessern.
Hintergrund der Proteste sind die anhaltenden Belastungen der Branche. Neben hohen Energie- und Produktionskosten kämpfen viele Unternehmen mit einer schwachen Nachfrage aus wichtigen Abnehmerindustrien sowie zunehmendem Wettbewerbsdruck auf den internationalen Märkten. Gleichzeitig stehen milliardenschwere Investitionen in die Dekarbonisierung der Stahlproduktion an.
Die Gewerkschaft warnt davor, dass die Transformation nur gelingen kann, wenn Industriepolitik, Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam gedacht werden. Ziel des Aktionstages ist es daher, die Bedeutung der Stahlindustrie als Schlüsselbranche für Wertschöpfung, industrielle Lieferketten und Beschäftigung in Deutschland stärker in den Fokus der politischen Diskussion zu rücken.
Quelle und Bild: IG Metall