SSAB und Rheinmetall vereinbaren Lieferung von fossilfreiem Stahl
von Hubert Hunscheidt
SSAB und der deutsche Technologie- und Rüstungskonzern Rheinmetall haben eine Absichtserklärung über die Lieferung von fossilfreiem Stahl unterzeichnet. Die Vereinbarung markiert einen Meilenstein: Rheinmetall wird damit zum ersten Hersteller von Verteidigungssystemen, der dekarbonisierten Stahl in seiner Produktion einsetzt.
Die Zusammenarbeit startet mit Lieferungen von SSAB Zero™. Die gelieferten Mengen sollen schrittweise erhöht werden. In einer weiteren Ausbaustufe sind auch Lieferungen von SSAB Fossil-free™ geplant, der mithilfe der HYBRIT®-Technologie hergestellt wird. Ziel ist es, den CO₂-Fußabdruck entlang der Wertschöpfungskette deutlich zu reduzieren und neue Maßstäbe für nachhaltige Produkte zu setzen.
„Das ist eine sehr gute Nachricht und ein starkes Signal beider Unternehmen. Gemeinsam wollen wir die Nachfrage nach CO₂-Reduktionen seitens der Produzenten und der Kunden erfüllen“, sagte Per Elfgren, Head of SSAB Special Steels.
SSAB Zero™ gilt als der weltweit erste kommerziell verfügbare Stahl mit nahezu null fossilen Kohlenstoffemissionen. Er wird aus recyceltem Stahl unter Einsatz fossilfreier Energie hergestellt, ohne Abstriche bei Qualität oder Leistungsfähigkeit. SSAB Fossil-free™ basiert auf der HYBRIT®-Technologie, bei der wasserstoffreduzierter Eisenschwamm eingesetzt wird. Anstelle von CO₂ entsteht dabei Wasser als Nebenprodukt. SSAB hatte 2021 erstmals fossilfreien Stahl im industriellen Maßstab als Machbarkeitsnachweis produziert und seither Pilotlieferungen an ausgewählte Industriepartner durchgeführt.
Mit der Vereinbarung unterstreichen beide Unternehmen ihre Ambition, industrielle Dekarbonisierung auch in anspruchsvollen Anwendungsfeldern voranzutreiben und CO₂-arme Materialien schrittweise in die Serienproduktion zu überführen.
Quelle und Foto: SSAB AB