SSAB startet geschlossenen Stahlrecycling-Kreislauf in den USA

von Hubert Hunscheidt

SSAB Americas hat gemeinsam mit The Greenbrier Companies und Alter Trading ein Kreislaufwirtschaftsprojekt ins Leben gerufen, das die Wiederverwertung von Stahl in einer geschlossenen Wertschöpfungskette demonstriert. Im Mittelpunkt steht die Herstellung von nahezu emissionsfreiem Stahl auf Basis recycelter Metalle, die nach ihrer Nutzung wieder in die Stahlproduktion zurückgeführt werden.

Ausgangspunkt des Projekts sind die SSAB-Werke im US-Bundesstaat Iowa. Dort wird der Stahl SSAB Zero™ produziert, der aus recycelten Metallen und mit fossilfreier Energie hergestellt wird. Die damit verbundenen fossilen Kohlenstoffemissionen liegen nach Unternehmensangaben nahe Null.

Im Rahmen der Kooperation verarbeitet Greenbrier derzeit SSAB Zero™ zu 50 Gondelgüterwagen für den Schienengüterverkehr. Die Wagen werden nach ihrer Fertigstellung an Alter Trading ausgeliefert. Anschließend sollen sie für den Transport von Schrott und anderen recycelbaren Metallen eingesetzt werden. Die transportierten Materialien gelangen anschließend zurück zu SSAB, wo sie erneut eingeschmolzen und zu neuem Stahl verarbeitet werden.

„Diese Initiative zeigt die Leistungsfähigkeit von nahezu emissionsfreiem Stahl auch in anspruchsvollen industriellen Anwendungen“, erklärte Tom Cox, Präsident von SSAB Americas. Zugleich verdeutliche das Projekt, wie Kreislaufwirtschaft in bestehenden Lieferketten funktionieren könne, wenn ausreichend Materialmengen für hochwertige Endanwendungen zur Verfügung stünden.

Nach Angaben der Projektpartner basiert die Initiative auf dokumentierten Produktionsprozessen, einer nachvollziehbaren Materialverfolgung sowie klar definierten Logistikabläufen. Kompensationsmaßnahmen werden dabei nicht eingesetzt. In den kommenden Projektphasen sollen weitere Informationen zur Fertigung, zum Praxiseinsatz der Güterwagen und zur Rückführung der recycelten Metalle in die Stahlproduktion veröffentlicht werden.

Mit dem Projekt wollen die beteiligten Unternehmen zeigen, wie geschlossene Materialkreisläufe zur Dekarbonisierung der Stahlindustrie beitragen und gleichzeitig die Versorgung mit hochwertigen Recyclingrohstoffen sichern können.

Quelle und Foto: SSAB AB