SSAB investiert rund 300 Millionen Euro in neue Abschrecklinie
von Hubert Hunscheidt
Der schwedische Stahlhersteller SSAB hat mit dem Bau einer neuen Abschrecklinie am Standort Oxelösund begonnen. Die bereits im Mai 2026 angekündigte Investition beläuft sich auf 3,3 Milliarden Schwedische Kronen (SEK). Mit der neuen Anlage will der Konzern seine Produktionskapazitäten für hochfeste Verschleiß- und Schutzstähle ausbauen. Die Inbetriebnahme ist für 2030 vorgesehen.
Die neue Abschrecklinie soll die jährliche Produktionskapazität von SSAB Special Steels um rund 100.000 Tonnen erweitern. Im Mittelpunkt stehen hochwertige Spezialstähle für industrielle Anwendungen sowie den Sicherheits- und Verteidigungssektor. Dazu zählen unter anderem die verschleißfesten Hardox-Stähle und die Schutzstähle der Marke Armox.
Mehr Kapazität für hochfeste Spezialstähle
Beim Abschrecken wird Stahl im Rahmen der Wärmebehandlung schnell abgekühlt, um gezielt hohe Härte- und Festigkeitseigenschaften zu erzielen. Das Verfahren ist ein wesentlicher Produktionsschritt bei der Herstellung hochbeanspruchbarer Spezialstähle, die beispielsweise in Baumaschinen, Bergbaugeräten oder Schutzkonstruktionen eingesetzt werden.
Mit der Investition verfolgt SSAB das Ziel, seine Position im Premiumsegment auszubauen und die Fertigung besonders anspruchsvoller Stahlgüten zu erweitern.
„Diese Investition stärkt unsere Führungsposition im Bereich fortschrittlicher Premium-Stähle und erweitert die Kapazität für einige der anspruchsvollsten Produkte unseres Portfolios“, erklärte Johnny Sjöström, Präsident und CEO von SSAB.
Ausbau parallel zum Umbau des Stahlwerks
Der Bau der Abschrecklinie erfolgt im Zusammenhang mit der umfassenden Modernisierung des Stahlwerks Oxelösund. SSAB investiert dort zugleich in moderne, elektrifizierte Produktionstechnologien.
Mit dem offiziellen Baubeginn geht das Projekt nun von der Planungs- in die Umsetzungsphase über. An der Veranstaltung nahmen Vertreter der Unternehmensführung sowie lokale Entscheidungsträger teil.
Die zusätzliche Produktionskapazität soll SSAB künftig ermöglichen, die steigende Nachfrage nach hochfesten, verschleißbeständigen und ballistischen Schutzstählen für anspruchsvolle industrielle und sicherheitsrelevante Anwendungen besser zu bedienen.
Bildtext: Per Elfgren, Leiter von SSAB Special Steels, Karin Palmqvist, Standort- und Produktionsleiterin in Oxelösund, sowie Johnny Sjöström, Präsident und CEO von SSAB.
Quelle und Foto: SSAB AB