SSAB erweitert Stahlpulverproduktion für additive Fertigung in Oxelösund

von Hubert Hunscheidt

SSAB investiert in den Ausbau seiner Produktionsanlage für Stahlpulver zur additiven Fertigung im schwedischen Oxelösund. Mit der Erweiterung soll die Herstellung auf kommerziellen Maßstab ausgeweitet werden. Die schrittweise Produktionsaufnahme ist für das erste Quartal 2028 vorgesehen. Die jährliche Kapazität wird bei voller Auslastung rund 350 Tonnen betragen.

Die additive Fertigung ermöglicht die Herstellung leichterer, stärkerer und technisch anspruchsvollerer Bauteile bei gleichzeitig reduziertem Materialverbrauch und kürzeren Entwicklungs- und Produktionszeiten. Während die Technologie zunächst vor allem für Prototypen und Ersatzteile genutzt wurde, gewinnt sie zunehmend als Ergänzung industrieller Fertigungsprozesse an Bedeutung. Besonders in den Bereichen Verteidigung, Automobilindustrie und Maschinenbau steigt die Nachfrage nach additiv gefertigten Komponenten.

Nach Angaben von SSAB trägt die Technologie zudem zu einer höheren Widerstandsfähigkeit von Industrie und Gesellschaft bei, da sie eine flexiblere und stärker lokal ausgerichtete Produktion ermöglicht. Dadurch können Abhängigkeiten von globalen Lieferketten reduziert werden.

„Mit dem Ausbau unserer Fertigungskapazitäten stärken wir unser Angebot an Stahlpulvern für die additive Fertigung und machen die Technologie für unsere Kunden noch besser verfügbar. Wir sehen eine wachsende Nachfrage nach unseren Pulverprodukten, die hohe Leistungsfähigkeit mit einer geringeren Klimabelastung entlang der gesamten Wertschöpfungskette verbinden“, erklärt Jesper Vang, Head of Powder Technology bei SSAB.

Das Unternehmen hat eigene hochfeste Stahlpulver entwickelt, die speziell für additive Fertigungsprozesse ausgelegt sind. Die Entwicklung basiert auf mehr als 50 Jahren Erfahrung in der Herstellung hochleistungsfähiger Stähle. Die Pulver ermöglichen komplexe Konstruktionen mit geringem Gewicht und hoher Festigkeit. In bestimmten Anwendungen können sie Aluminium als Leichtbaumaterial ersetzen. Zudem lassen sich die Werkstoffe ohne nachträgliche Wärmebehandlung verarbeiten, was Risiken, Durchlaufzeiten und Kosten reduziert.

Der Ausbau der Anlage erfolgt in Zusammenarbeit mit SMS group. Der Baubeginn ist für 2026 geplant. Bei voller Produktionsleistung sollen rund 20 Mitarbeiter in der neuen Anlage beschäftigt werden.

Quelle und Bild: SSAB AB