Speira schließt Millioneninvestition in Aluminiumrecycling ab
von Hubert Hunscheidt
Der Aluminiumhersteller und -recycler Speira hat ein umfangreiches Investitionsprojekt an seinen deutschen Standorten Töging am Inn und Grevenbroich abgeschlossen. Mit der Inbetriebnahme des vierten neuen Recyclingofens am 5. November 2026 in Töging ist die Modernisierung planmäßig beendet. Insgesamt investierte das deutsch-norwegische Unternehmen rund elf Millionen Euro in vier kippbare Drehtrommelöfen einschließlich der zugehörigen Infrastruktur.
An beiden Standorten wurden jeweils zwei neue Öfen installiert, die ältere Anlagen ersetzen. Sie dienen insbesondere der Rückgewinnung von Aluminium aus verunreinigten Schrotten und Krätzen. Diese Materialien lassen sich aufgrund ihrer Zusammensetzung nur mit speziellen Schmelzverfahren wirtschaftlich aufbereiten.
„Wir betrachten unseren Beitrag zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft ganzheitlich“, erklärt Speira-CEO Einar Glomnes. Das Unternehmen wolle nicht nur hochwertige, leicht recycelbare Schrotte verarbeiten, sondern auch geringwertigere Materialien und Nebenprodukte möglichst vollständig in den Stoffkreislauf zurückführen. Mit den neuen Öfen könnten auch kleinere Aluminiummengen zurückgewonnen werden, die bislang verloren gingen.
Höhere Energieeffizienz und geringere Emissionen
Die neuen Anlagen sollen den Energieeinsatz bei der Aluminiumrückgewinnung auf mehreren Ebenen verbessern. Moderne Brennertechnologie ermöglicht eine effizientere Nutzung des eingesetzten Erdgases. Gleichzeitig können brennbare Rückstände aus beschichteten oder anderweitig behandelten Schrotten als zusätzliche Energiequelle im Schmelzprozess genutzt werden.
Auch die Ofenkonstruktion wurde optimiert. So lässt sich das flüssige Aluminium bei geschlossenen Ofentüren abgießen, wodurch weniger Wärme verloren geht. Die neue Technik erweitert zudem das Spektrum der verarbeitbaren Schrottqualitäten.
Nach Unternehmensangaben steigern die Anlagen die Produktivität und reduzieren den CO₂-Ausstoß. Die Brenner sind außerdem für einen späteren Betrieb mit Wasserstoff vorbereitet. Die vier Öfen erfüllen laut Speira die geltenden hohen Umweltstandards für Neuanlagen.
Grundsätzlich benötigt das Recycling von Aluminium bis zu 95 Prozent weniger Energie als die Herstellung von Primäraluminium. Eine möglichst vollständige Rückgewinnung auch aus schwierigen Schrottfraktionen kann deshalb einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten.
Neben der Energieeffizienz standen bei der Modernisierung auch die Arbeitsbedingungen im Mittelpunkt. Die neuen Anlagen ermöglichen einen leichteren Zugang zu wartungsrelevanten Komponenten. Das Abgießen bei geschlossenen Ofentüren soll zudem die Sicherheit der Beschäftigten verbessern.
Landrat Dr. Tobias Windhorst bezeichnete die Inbetriebnahme als wichtiges Signal für den Industriestandort Töging und den Landkreis Altötting. Die Investition verbinde technologische Weiterentwicklung mit Ressourcenschonung und trage zur langfristigen Sicherung des Standorts bei. Auch Tögings Bürgermeister Marco Harrer hob die Bedeutung für Beschäftigung und regionale Wirtschaft hervor.
Die Entscheidung für die Investition fiel im Juli 2024. Der erste neue Ofen ging im Juni 2025 in Grevenbroich in Betrieb, gefolgt von der ersten Anlage in Töging im Oktober 2025. Im Mai 2026 wurde der zweite Ofen in Grevenbroich in Betrieb genommen. Mit dem nun gestarteten zweiten Ofen in Töging ist das Projekt abgeschlossen.
Für Speira ist die Modernisierung ein weiterer Schritt, um auch anspruchsvollere Aluminiumabfälle wirtschaftlich zu verwerten und die Rückführung des Werkstoffs in industrielle Produktionskreisläufe zu verbessern.
Bildtext: Investition abgeschlossen: Werksleiter Marcus Heimerl, Ralf Köring (Leiter Recycling Services) und Speira-CEO Einar Glomnes (von links) nehmen den neuen Recyclingofen in Betrieb.
Quelle und Foto: Speira GmbH