SMS group investiert weiter in Dekarbonisierung der Stahlindustrie
von Hubert Hunscheidt
Die SMS group hat im Geschäftsjahr 2025 ihre wirtschaftliche Position weiter gestärkt und gleichzeitig ihre Investitionen in nachhaltige Technologien ausgebaut. Besonders die Dekarbonisierung der Stahlindustrie steht dabei im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie.
Der Auftragseingang stieg auf 4,0 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich auf 145 Millionen Euro. Die Liquidität wuchs auf 1,25 Milliarden Euro. Nach Angaben des Unternehmens trugen dazu insbesondere eine verbesserte Projektprofitabilität, konsequenteres Risikomanagement sowie technologische Innovationen bei.
Ein zentraler Fokus liegt auf Lösungen zur CO₂-Reduktion in der Stahlproduktion. Mit der Technologie EASyMelt will SMS die Emissionen bestehender Hochofenprozesse deutlich senken. Gemeinsam mit Tata Steel wird das Verfahren derzeit erstmals im industriellen Maßstab in Indien umgesetzt.
Darüber hinaus entwickelt SMS datenbasierte Werkzeuge für die Transformation der Stahlindustrie. Das sogenannte Plant Assessment Tool (PAT) unterstützt Stahlhersteller bei der Bewertung verschiedener Dekarbonisierungspfade. Berücksichtigt werden dabei unter anderem Energiepreise, Rohstoffverfügbarkeit sowie Auswirkungen auf CO₂-Emissionen entlang der Scopes 1 bis 3.
Auch durch die Übernahme des Ferrous-Technologies-Geschäfts von Metso erweitert SMS sein Portfolio im Bereich emissionsärmerer Produktionsprozesse. Hinzu kommen Investitionen in Sinter-, Pelletier- und Kalzinierungsanlagen, die höhere Effizienz und geringere Emissionen ermöglichen sollen.
Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen erhöhte das Unternehmen 2025 auf 157 Millionen Euro. Schwerpunkte bleiben Dekarbonisierung, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet SMS trotz geopolitischer Unsicherheiten eine moderate Umsatzsteigerung sowie eine weitere Verbesserung des operativen Ergebnisses. India bleibt dabei ein strategischer Wachstumsmarkt. Dort hat SMS Anfang 2026 einen neuen Produktionsstandort in Ahmedabad eröffnet, um den Ausbau der indischen Stahlindustrie zu begleiten.
Bildtext: Jochen Burg, CEO, und Fabiola Fernandez, CFO, der SMS Group GmbH.
Quelle und Foto: SMS Group GmbH