Die Kieler Maschinenwerke haben die ersten Großkomponenten für Gasmotoren an einen weltweit führenden Motorenhersteller ausgeliefert. Die Bauteile werden zu 20-Zylinder-Gasmotoren zusammengesetzt und künftig zur Energieversorgung von Rechenzentren in den USA eingesetzt. Mit der Auslieferung startet zugleich die Serienfertigung schwerer Motorenbauteile am Standort Kiel.
„Die Kieler Maschinenwerke beweisen mit den ersten gefertigten Komponenten, dass in Kiel Industrieproduktion auf höchstem Niveau möglich ist. Das ist erst der Anfang“, erklärt Geschäftsführer Peter Nortmann. Die Zusammenarbeit mit internationalen Kunden sei auf langfristiges Wachstum ausgelegt. In den kommenden Jahren solle das bereits signifikante Auftragsvolumen am Standort Kiel weiter ausgebaut werden.
Fertigung schwerer Präzisionsteile
Die Kieler Maschinenwerke zählen zu den wenigen Unternehmen in Deutschland, die schwere Präzisionsteile für Großmotoren fertigen können. Am Standort Kiel-Friedrichsort entstehen zentrale Komponenten wie Zylinderkurbelgehäuse, Zylinderköpfe, Pleuelstangen und Schwungräder.
Die Bauteile werden anschließend beim Kunden in Kiel zu kompletten Gasmotoren montiert. Ein einzelnes Zylinderkurbelgehäuse wiegt rund 38 Tonnen, ein vollständig montierter Motor erreicht ein Gesamtgewicht von bis zu 164 Tonnen.
Für die Bearbeitung der komplexen Bauteile kommen hochspezialisierte Anlagen zum Einsatz, darunter die großformatige Portalfräsmaschine Waldrich Coburg. Die Anlagen ermöglichen die Bearbeitung von Gussteilen mit einem Gewicht von bis zu 100 Tonnen. Im Vorfeld der Serienfertigung investierte das Unternehmen gezielt in neue Maschinen und zusätzliche Fertigungskapazitäten.
Nachfrage durch Rechenzentren steigt
Die produzierten Gasmotoren zählen zu den leistungsstärksten Aggregaten für die industrielle Stromerzeugung. Sie sollen künftig vor allem in US-Rechenzentren eingesetzt werden, die aufgrund des steigenden Energiebedarfs KI-basierter Anwendungen zunehmend auf leistungsstarke und unabhängige Energieversorgungssysteme setzen.
Investitionen in den Standort Kiel
Die neuen Aufträge stärken nach Angaben des Unternehmens den Industriestandort Kiel und schaffen zusätzliche Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Geplant sind weitere Investitionen in Maschinenpark, Produktionsprozesse und die Qualifikation der Mitarbeitenden.
Friedrichsort gilt seit Jahrzehnten als traditionsreicher Industrie- und Motorenstandort in Norddeutschland.
Über die Kieler Maschinenwerke
Die Kieler Maschinenwerke GmbH ist auf die mechanische Bearbeitung schwerer und komplexer Gussteile mit Stückgewichten von 500 Gramm bis zu 100 Tonnen spezialisiert. Das Unternehmen fertigt unter anderem Pleuelstangen, Zylinderköpfe und Kurbelgehäuse sowie Bauteile und Baugruppen aus Stahl und Eisen für Fertigungsmaschinen, Lokomotiven, Baumaschinen und Kompressoren.
Ergänzt wird das Leistungsspektrum durch Messtechnik, Werkstoffprüfung und Logistikdienstleistungen. Die Kieler Maschinenwerke beschäftigen rund 170 Mitarbeitende an den Standorten Kiel und Neumünster. Zu den Zielmärkten zählen Schiffbau, Energieerzeugung, Maschinenbau, Rüstungsindustrie und Agrartechnik.
Bildtext (v.l.) - Geschäftsführer Peter Nortmann und Betriebsleiter Stephan Dencker.
Quelle und Foto: Kieler Maschinenwerke GmbH