Salzgitter prüft verkleinerten Weiterbetrieb von HKM in Duisburg
von Hubert Hunscheidt
Für die von der Schließung bedrohten Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg zeichnet sich eine mögliche, wenn auch stark eingeschränkte Zukunftsperspektive ab. Der Stahlkonzern Salzgitter prüft nach Medienberichten einen Weiterbetrieb des Standorts in deutlich kleinerem Umfang. Geplant ist demnach, die bisherigen zwei Hochöfen durch einen Elektrolichtbogenofen zu ersetzen.
Mit dem Umbau würde die jährliche Stahlproduktion von derzeit rund 4,2 Mio. Tonnen auf etwa zwei bis zweieinhalb Mio. Tonnen sinken. Gleichzeitig hätte das Konzept erhebliche Auswirkungen auf die Beschäftigung: Rund 2.000 der aktuell etwa 3.000 Arbeitsplätze würden wegfallen, etwa 1.000 Stellen könnten erhalten bleiben.
Salzgitter-Chef Gunnar Groebler betonte, dass ein verkleinerter Weiterbetrieb wirtschaftlich sinnvoller sei als eine vollständige Stilllegung, die ebenfalls hohe Kosten verursachen würde. Voraussetzung für das Projekt sei jedoch, dass sich die Miteigentümer an den Investitionen beteiligen und thyssenkrupp verbindliche Abnahmemengen zusagt. Zudem setzt Salzgitter auf staatliche Fördermittel von rund 200 Mio. Euro zur Unterstützung des Umbaus.
Die IG Metall spricht von einer schweren Entscheidung, sieht in dem Konzept jedoch eine bessere Alternative als die komplette Schließung des Werks. Ob der geplante Umbau realisiert wird, hängt nun maßgeblich von der Finanzierung, den Zusagen der Partner und der politischen Unterstützung ab.
Quelle: Rundfunk im Kreis Wesel e.V. / Foto: HKM