Salzgitter AG schafft im ersten Halbjahr 2026 die Rückkehr in die Gewinnzone

von Hubert Hunscheidt

Die Salzgitter AG hat das erste Halbjahr 2026 trotz eines weiterhin schwierigen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung abgeschlossen. Während der Außenumsatz mit 4,59 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 4,66 Mrd. Euro blieb, drehte das Ergebnis vor Steuern von minus 83,8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf plus 76,3 Mio. Euro. Das Konzernergebnis verbesserte sich von minus 88,9 Mio. Euro auf 43,5 Mio. Euro.

Auf Basis der um Bewertungseffekte aus der Umtauschanleihe bereinigten Kennzahlen fiel die Entwicklung noch deutlicher aus: Das EBITDA VX erreichte 459,0 Mio. Euro, das EBT VX 257,6 Mio. Euro. Einen wesentlichen Anteil daran hatte die Beteiligung an der Aurubis AG, die 193,0 Mio. Euro zum Ergebnis beitrug. Im Vorjahreszeitraum waren es 71,5 Mio. Euro gewesen.

Stahlerzeugung mit deutlichem Turnaround

Auch im operativen Geschäft zeigen mehrere Bereiche nach oben. Besonders deutlich fällt die Verbesserung in der Stahlerzeugung aus: Der Geschäftsbereich erzielte ein EBT VX von 50,4 Mio. Euro nach minus 55,6 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2025. Der Handel steigerte sein EBT VX von 10,9 auf 37,6 Mio. Euro, der Geschäftsbereich Technologie von 54,7 auf 69,1 Mio. Euro. Belastet blieb dagegen die Stahlverarbeitung mit minus 39,9 Mio. Euro, wenngleich auch hier das Vorjahresergebnis von minus 63,4 Mio. Euro verbessert wurde.

Die Rohstahlerzeugung des Konzerns erhöhte sich auf rund 3,03 Mio. Tonnen nach 2,93 Mio. Tonnen im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig zeigt das Ergebnisverbesserungsprogramm P28 Wirkung: Bis Ende Juni wurden zusätzliche nachhaltige Effekte von 97 Mio. Euro erzielt. Damit hat Salzgitter bereits einen Großteil des für 2026 angestrebten Jahresziels von 122 Mio. Euro erreicht. Seit Beginn des Programms summieren sich die Effekte auf nahezu 350 Mio. Euro; langfristig sind 575 Mio. Euro vorgesehen.

HKM-Übernahme fließt in Prognose ein

Nach Angaben von Vorstandschef Gunnar Groebler waren die ersten sechs Monate „bedeutend und wegweisend“. Neben der Ergebnisentwicklung verweist er auf die inzwischen abgeschlossene vollständige Übernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM), mit der Salzgitter seine Position im Stahlgeschäft stärkt. Zugleich wurde mit dem Verkauf der Klöckner DESMA Elastomertechnik das aktive Portfoliomanagement fortgesetzt.

Für das Gesamtjahr erwartet Salzgitter nun einen Umsatz von rund 10 Mrd. Euro. Das EBITDA VX soll zwischen 725 und 825 Mio. Euro liegen, das EBT VX zwischen 325 und 425 Mio. Euro. Die vollständige Konsolidierung von HKM soll – vorbehaltlich einmaliger Effekte aus der Kaufpreisallokation – einen zusätzlichen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag zum EBITDA VX und EBT VX beitragen.

Trotz hoher Investitionen, insbesondere in die erste Phase des Dekarbonisierungsprogramms SALCOS, blieb die Nettofinanzposition Ende Juni mit minus 792 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahresniveau weitgehend stabil. Für das Jahresende rechnet Salzgitter auch unter Einbeziehung der HKM-Übernahme mit einer Nettofinanzverschuldung von knapp über einer Milliarde Euro.

Für die zweite Jahreshälfte bleibt der Konzern angesichts geopolitischer Risiken und einer nur moderat erwarteten Verbesserung der Konjunktur vorsichtig. Positive Impulse verspricht sich Salzgitter jedoch von den Handelsschutzmaßnahmen der Europäischen Union.

Quelle und Foto: Salzgitter AG