RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Welthandel leicht erholt, aber gedämpfte Aussichten
von Hubert Hunscheidt
Die Erholung des Containerumschlags setzt sich damit fort. Allerdings droht das erneute Aufflammen der Kämpfe am Persischen Golf, den positiven Trend bereits wieder zu bremsen.
Der Containerumschlag in den internationalen Häfen ist im Juni 2026 leicht gestiegen. Der vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und dem Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) berechnete Containerumschlag-Index stieg um 1,1 Punkte von 142,0 (revidiert) auf 143,1 Indexpunkte. Damit setzt sich die Erholung des Containerumschlags nach dem Energiepreisschock im Frühjahr fort.
Das Mitte Juni vereinbarte Rahmenabkommen hatte die Ölpreise weltweit wieder sinken lassen und Hoffnungen auf eine dauerhafte Beilegung des Konflikts geweckt. Die erneute Teilschließung dieses strategisch wichtigen Verkehrswegs macht diese Hoffnungen jedoch vorerst zunichte.
Positive Dynamik in allen wichtigen Hafenregionen
Ein Anstieg des Containerumschlags war in allen Weltregionen zu beobachten. Der Nordrange-Index, der als Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung im nördlichen Euroraum, insbesondere in Deutschland, gilt, stieg leicht von 121,1 Punkten (revidiert) auf 121,5 Punkte. Der Index für die chinesischen Häfen stieg von 157,4 Punkten (revidiert) auf 159,1 Punkte.
Fragile Lage belastet künftigen Welthandel
Zur Entwicklung des Containerumschlag-Index sagt RWI-Konjunkturchef Torsten Schmidt: „Für den Welthandel rechnen wir weiterhin mit starken Schwankungen. Die Entwicklung im Juni hat deutlich gemacht, dass der Frachtverkehr umgehend wieder zunimmt, sobald die Kampfhandlungen am Persischen Golf enden und der Ölpreis sinkt. Solange in der Region allerdings keine Ruhe einkehrt, bleiben die Lieferketten instabil und am Ende drohen höhere Preise an der Tankstelle und im Supermarktregal.“
Quelle: RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V. / Foto: Fotolia