Rohstoffpreise ziehen wieder an – Industrierohstoffe verteuern sich deutlich
von Hubert Hunscheidt
Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist im Januar 2026 nach einem leichten Rückgang zum Jahresende wieder deutlich gestiegen. Mit einem Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vormonat wurde der zuvor beobachtete Abwärtstrend unterbrochen. Trotz der aktuellen Erholung liegt der Gesamtindex weiterhin rund 10,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Maßgeblich für den jüngsten Anstieg waren vor allem höhere Preise bei Industrierohstoffen. Der entsprechende Teilindex legte im Dezember um 3,6 Prozent und im Januar um weitere 7,1 Prozent zu. Im Jahresvergleich notieren Industrierohstoffe inzwischen rund 20 Prozent höher. Für die Stahlindustrie und ihre Wertschöpfungsketten sind insbesondere Metalle wie Kupfer und Zinn von Bedeutung, deren Preise zuletzt kräftig anzogen. Kupfer verteuerte sich im Januar gegenüber dem Vormonat um 10,6 Prozent und lag im Jahresvergleich 46 Prozent höher. Zinn verzeichnete mit einem Monatsplus von 20,4 Prozent und einem Jahresanstieg von fast 69 Prozent eine besonders dynamische Entwicklung.
Energierohstoffe zeigten ebenfalls eine Erholung, nachdem sie im Dezember rückläufig waren. Der Energieindex stieg im Januar um 6,6 Prozent, liegt im Vergleich zum Vorjahr jedoch weiterhin deutlich niedriger. Die Preise für europäisches Erdgas legten im Januar zwar kräftig zu, bewegen sich aber insgesamt noch unter dem Niveau von Anfang 2025.
Für die Stahlbranche bedeuten die steigenden Preise bei Industriemetallen eine zunehmende Kostenbelastung in vorgelagerten Lieferketten, etwa bei Legierungs- und Elektrokomponenten. Gleichzeitig bleibt das Energiepreisniveau im Jahresvergleich moderater als im Vorjahr. Die Entwicklung unterstreicht die weiterhin hohe Volatilität auf den Rohstoffmärkten und die wachsende Bedeutung einer strategischen Beschaffung zentraler Rohstoffe für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit.
Quelle: Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut gemeinnützige GmbH (HWWI) / Foto: marketSTEEL