Rohstoffinformationen zu Kupfer, Aluminium und Nickel

von Angelika Albrecht

Wie die Commerzbank-Rohstoffexperten mitteilen, könnte die Kupferminenproduktion in Chile weiter enttäuschen. Zwei Betreiber bzw. Teileigentümer von Kupferminen in Chile malen kein rosiges Bild für die Kupferminenproduktion. Die Produktion in der weltweit größten chilenischen Mine Escondida sei um 6% im zweiten Quartal gefallen. Zwar meldete eines der Unternehmen ein positives Wachstum im zweiten Quartal, dieses fiel jedoch schwächer aus als von den meisten Analysten erwartet worden war. Zudem seien die Aussichten für die zweite Jahreshälfte alles andere als positiv. Es senkte seine Prognose für die Gesamtproduktion in diesem Jahr von 670-710 Tsd. Tonnen auf 640-670 Tsd. Tonnen. Die Gründe für die schwache Minenproduktion sind vielfältig, darunter fallen operationelle Probleme, aber auch Wasserknappheit wie auch abnehmende Erzgehalte.

Die globale Minenproduktion war laut der International Copper Study Group in den ersten fünf Monaten des Jahres jedoch noch leicht positiv mit einem Zuwachs von 2%. Aber sowohl in Chile wie auch Indonesien ging die Produktion um 5% zurück, in Panama sogar um 9%. Positives war jedoch aus dem zweitgrößten Produzentenland Peru zu berichten. Hier stieg laut Commerzbank die Produktion um 19%. Allerdings hat Peru weiterhin mit politischen Unruhen zu kämpfen, die das Risiko neuerlicher Produktionsausfälle erhöhen.

Setzt sich der Trend insbesondere in Chile zudem fort, welches fast ein Viertel der globalen Produktion stellt (auf Basis von USGS Daten für 2022), dürfte dies die Minenproduktion deutlich dämpfen. Insofern ist fraglich, ob sich der Angebotsüberschuss, den die ICSG auf 287 Tsd. Tonnen in den ersten fünf Monaten des Jahres beziffert, sich noch stark ausweiten wird, zumal auch die Raffinadeproduktion in China, was derzeit der wichtigste Wachstumstreiber ist, ins Stocken geraten könnte, nachdem es im Juni weniger Kupfererz importiert hat.

Unterschiedliche Aluminiumsproduktionszahlen für China

Laut International Aluminium Institute (IAI) war die globale Primäraluminiumproduktion im Juni auf Tagesbasis mehr oder weniger stabil zum Vormonat (+0,2%). Interessant finden die Commerzbank-Analysten, dass sich die Produktionsschätzungen des IAI für China von den Angaben des Nationalen Statistikamtes unterschieden. So wies das IAI nämlich einen Rückgang der Produktion von immerhin 3% zum Vormonat aus, während das Statistikamt einen Zuwachs von rund 1% berichtet hatte.

Die Schätzungen des IAI basieren auf Informationen verschiedener auf China spezialisierter Informationsanbieter bzw. Beratungsunternehmen. Offensichtlich hält das IAI die Daten des Statistikamtes nicht für verlässlich. Dies mag damit zusammenhängen, dass den Beamten vorgeworfen wird, "illegale Produktionskapazitäten" nicht auszuweisen, was erklären würde, weshalb die Zahlen des IAI lange Zeit durchgehend höher als die des Statistikamtes waren (genau genommen lag die Abweichung zwischen 2009 und 2015 bei rund 200 Tsd. Tonnen). Seit 2019 schwanken die Abweichungen aber mehr oder weniger um Null. Insofern ist es fraglich, ob die Zahlen des IAI denen des Statistikamtes wirklich noch überlegen sind in ihrer Aussagekraft.

Nickelmarkt weniger gut versorgt als gedacht?

Laut der International Nickel Study Group war der globale Nickelmarkt im Mai um 11,9 Tsd. Tonnen überversorgt. Allerdings hat sich der Überschuss sowohl zum Vormonat als auch zum Vorjahr - wenn auch nur moderat - verringert. Das Wachstum der Raffinadeproduktion blieb hinter der Nachfrage zurückfiel. Auch hier zeigt sich nicht die vom Markt offenbar antizipierte deutliche Überversorgung des Nickelmarktes auf Basis einer starken Produktion in Indonesien, der den Preis seit Anfang des Jahres um mehr als 30% hat abstürzen lassen. Auch in den Lagerdaten der LME, die sich auf sehr niedrigen Niveaus stabilisiert haben, ist von einer Ausweitung des Angebots bislang wenig zu sehen. Das mag sich ändern, sobald die LME, wie geplant, weitere Nickelmarken, primär von chinesischen Herstellern, zugelassen hat. Bis dahin ist die Commerzbank aber skeptisch gegenüber den aktuell niedrigen Preisniveaus und sieht eher noch etwas Aufwärtspotential.

 
Quelle: Commerzbank AG / Commerzbank Commodity Research / Vorschaubild: Fotolia

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