Der Feuerfest-Spezialist RHI Magnesita hat im ersten Halbjahr 2026 trotz eines weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds seine Profitabilität deutlich verbessert. Wesentliche Impulse kamen aus dem Stahlgeschäft, das von einer besseren Produktmischung, Kostensenkungen, Preisanpassungen und einer steigenden Nachfrage in wichtigen Regionen profitierte.
Das bereinigte operative Ergebnis (Adjusted EBITA) stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17 % auf 165 Mio. Euro. Wechselkursbereinigt entspricht dies einem Plus von 42 %. Gleichzeitig verbesserte sich die bereinigte EBITA-Marge von 8,4 auf 10,3 %.
Besonders positiv entwickelte sich das Stahlsegment. In Europa und Indien gelang die Rückkehr in die Gewinnzone, während sich das Ergebnis in Nordamerika weiter verbesserte. Nach Unternehmensangaben befindet sich das Stahlgeschäft insbesondere in Nordamerika, Europa und Indien auf einem klaren Wachstumskurs. Unterstützt wurde die Entwicklung durch ein günstigeres Produktportfolio, konsequente Kostensenkungen sowie interne Effizienzprogramme.
Weniger dynamisch verlief das Industriegeschäft. Vor allem im margenstarken Projektgeschäft für die Glasindustrie und industrielle Anwendungen verschoben Kunden Investitionsentscheidungen. Dagegen entwickelten sich die Bereiche Zement und Nichteisenmetalle leicht besser als im Vorjahreszeitraum.
RHI Magnesita setzt seinen Kurs zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit konsequent fort. Das Unternehmen sieht sich auf dem Weg, die angekündigten Ergebnisverbesserungen von insgesamt 45 Mio. Euro durch Preisanpassungen, die Optimierung des Produktionsnetzwerks und niedrigere Verwaltungskosten zu erreichen. Weitere Effizienzpotenziale sollen 2027 durch neue Rohstoffkonzepte und zusätzliche Optimierungsmaßnahmen erschlossen werden. Parallel schreitet das rund 100 Mio. Euro umfassende Programm zur Digitalisierung der Unternehmensprozesse voran und ist inzwischen zu etwa zwei Dritteln abgeschlossen.
Für das Gesamtjahr bestätigt RHI Magnesita seine Prognose eines bereinigten EBITA von 400 Mio. Euro. Die Investitionen werden von ursprünglich 130 Mio. Euro auf 115 Mio. Euro reduziert. Gleichzeitig rechnet das Unternehmen mit einem Abbau der Nettoverschuldung auf rund 1,4 Mrd. Euro bis Ende 2026.
Vorstandsvorsitzender Stefan Borgas zeigte sich zuversichtlich für die kommenden Monate. Ein stabiler Auftragsbestand im Stahlgeschäft, fortgesetzte operative Verbesserungen sowie der Fokus auf Cashflow und Schuldenabbau bildeten eine solide Grundlage für weiteres profitables Wachstum. Besonders das Stahlgeschäft in Europa, Nordamerika und Indien sieht Borgas weiterhin als wichtigsten Wachstumstreiber des Konzerns.
Quelle und Foto: RHI Magnesita GmbH