Rhein erreicht erneut extremes Niedrigwasser

von Hubert Hunscheidt

Zum Herbstauftakt hat sich die Niedrigwasserlage auf Deutschlands Flüssen erneut deutlich verschärft. Nach Angaben der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) erreichen die Wasserstände vielerorts wieder ein ähnlich niedriges Niveau wie im August. Besonders betroffen ist der Rhein.

Ursache sind die geringen Niederschläge der vergangenen Wochen und die Folgen des sehr trockenen Sommers. Vor allem im Süden sind die Böden teilweise extrem ausgetrocknet. Dadurch bildet sich in den Flussgebieten nur wenig Abfluss. Besonders weit fortgeschritten ist diese Entwicklung in den Einzugsgebieten von Rhein und Donau.

Pegel Kaub fällt auf sieben Zentimeter

Am für die Rheinschifffahrt wichtigen Pegel Kaub sank der Wasserstand am 24. September um 9 Uhr auf sieben Zentimeter. Damit wurde bereits wieder der niedrigste Stand vom 17. August 2026 erreicht. Auch an der Weser nähern sich die Wasserstände extremen Tiefständen. Elbe und Oder zeigen sich derzeit zwar relativ stabil, liegen aber ebenfalls auf sehr beziehungsweise extrem niedrigem Niveau.

Für die Binnenschifffahrt bleibt die Situation damit angespannt. Gerade der Rhein ist als zentrale Transportachse für Stahl, Rohstoffe und industrielle Massengüter von hoher Bedeutung. Niedrige Wasserstände können die mögliche Abladetiefe der Schiffe begrenzen und damit die Transportkapazitäten beeinträchtigen.

Keine nachhaltige Entspannung in Sicht

In den kommenden Tagen rechnet die BfG zunächst mit einer weiteren Verschärfung. Am Rhein könnten die extremen Niedrigwasserstände aus dem August erneut erreicht und teilweise sogar unterschritten werden. Auch an Elbe und Donau ist eine weitere Absenkung nicht ausgeschlossen.

Für die erste Oktoberwoche zeichnet sich allerdings eine feuchtere Wetterperiode ab. Intensivere Niederschläge könnten vorübergehend für etwas Entlastung sorgen. Wie stark diese ausfällt, ist nach Einschätzung der BfG aufgrund der noch unsicheren Niederschlagsprognosen offen. Eine nachhaltige Entspannung der Niedrigwasserlage ist derzeit nicht in Sicht.

Quelle: Bundesanstalt für Gewässerkunde / Foto: marketSTEEL