Produktionsniveau noch 12 Prozent unter Vor-Rezessionsniveau

von Hubert Hunscheidt

"Die Zahlen belegen eindrücklich, dass wir noch einen weiten Weg bis zur Normalität vor uns haben. Umso unverständlicher ist es, dass der Tarifpartner bereits Nachholeffekte für die Beschäftigten durchsetzen will. Warnstreiks belasten neben der Corona-Pandemie die Unternehmen zusätzlich. Das ist unverantwortlich", findet der Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm, Bertram Brossardt.

Überdurchschnittlich fiel der Rückgang der Produktion in der Automobil- und Zulieferindustrie mit -15,7 Prozent gegenüber 2019 aus. Ebenfalls zweistellige Rückgänge verzeichneten die Elektronikindustrie (-12,8 Prozent), der Sonstige Fahrzeugbau (-12,3 Prozent), der Maschinenbau (-12,1 Prozent) und die Hersteller von Metallerzeugnissen (-11,3 Prozent). "Über alle Teilbranchen hinweg ist der Produktionsrückgang schmerzhaft hoch. Wir müssen den Unternehmen jetzt den Rücken stärken und Vorfahrt für Investitionen und Innovationen einräumen. Die internationale Konkurrenz schläft nicht und der Wettbewerbsdruck ist durch die Corona-Pandemie und die Transformation noch weiter gestiegen", erklärt Brossardt.

Die Anzahl der Beschäftigten in der bayerischen M+E Industrie ist seit der Jahresmitte 2019 rückläufig - und dieser Trend hält an. "Im vergangenen Jahr ging die Zahl der M+E Beschäftigten um über 25.000 Beschäftigte zurück. Besonders betroffen sind die Hersteller von Metallerzeugnissen mit einem Rückgang von 4,2 Prozent", erklärt Brossardt und fügt hinzu: "Nach wie vor nutzen viele M+E Betriebe im Freistaat das Instrument der Kurzarbeit. Aktuell ist es noch jedes dritte Unternehmen im Freistaat. Das ist jeder siebte Beschäftigte."

Mit Blick auf die laufenden Tarifverhandlungen mahnt Brossardt die IG Metall: "Wer behauptet, die Krise sei vorbei, der irrt. Überzogene Entgelterhöhungen schwächen den Standort und laufen dem Ziel der Beschäftigungssicherung zuwider."

Quelle: ibw - Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft / Foto: fotolia

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