Private Assets bündelt Kieler Industriegeschäft in Kiel Power Systems
von Hubert Hunscheidt
Private Assets stellt sein Industriegeschäft in Kiel neu auf. Die Kieler Maschinenwerke GmbH und die ProValve GmbH werden unter dem Dach der neu gegründeten Kiel Power Systems SE (KPS) zusammengeführt. Mit der neuen Struktur will Private Assets Prozesse bündeln und zusätzliche Kapazitäten für das wachsende Geschäft mit Großmotoren- und Ventilkomponenten schaffen.
KPS beliefert Kunden aus Energieversorgung, Rechenzentren, Schifffahrt und Verteidigung. Einen Wachstumsschub erwartet das Unternehmen insbesondere durch den steigenden Energiebedarf von KI-Rechenzentren. Seit Mai 2026 werden am Standort Kiel Komponenten für 20-Zylinder-Gasmotoren in Serie gefertigt.
Auftragsbestand von 260 Millionen Euro
Der Auftragsbestand von Kiel Power Systems beläuft sich nach Unternehmensangaben auf insgesamt rund 260 Millionen Euro. Davon entfallen 110 Millionen Euro auf fest kontrahierte Bestellungen, weitere rund 150 Millionen Euro auf sogenannte weiche Aufträge. Bereits die festen Aufträge sollen die vorhandenen Kapazitäten nahezu bis Ende 2027 auslasten.
Entsprechend ambitioniert fallen die Wachstumsziele aus. Nach einem Umsatz von 41 Millionen Euro im Jahr 2025 sollen 2026 mehr als 50 Millionen Euro erreicht werden. Für 2027 plant KPS mit einem Umsatz von über 90 Millionen Euro. Gleichzeitig soll die EBITDA-Marge von mehr als fünf Prozent im laufenden Jahr bis 2027 auf einen zweistelligen Wert steigen.
Um das erwartete Wachstum abbilden zu können, prüft das Unternehmen Finanzierungsoptionen für weitere Maschinen. Die Produktionskapazität in Kiel soll perspektivisch verdoppelt werden. Am Standort sind derzeit rund 210 Mitarbeiter beschäftigt.
Private Assets steigert Halbjahresumsatz
Auf Konzernebene entwickelte sich Private Assets im ersten Halbjahr 2026 beim Umsatz positiv, blieb beim Ergebnis jedoch in den roten Zahlen. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18,9 Prozent auf 90,1 Millionen Euro. Das EBITDA lag bei minus 0,9 Millionen Euro und verbesserte sich damit gegenüber dem Vorjahr. Unter dem Strich stand ein Konzernergebnis von minus 6,4 Millionen Euro.
Belastungen kamen vor allem aus dem Segment Automation & Technology, wo Investitionszurückhaltung und Unterauslastung das Geschäft beeinträchtigten. Das Industrial-Segment sowie die laufende Integration der TAM Groupe setzten dagegen positive Impulse. Die Eigenkapitalquote lag zum 30. Juni 2026 bei 13,7 Prozent.
Mit Kiel Power Systems konzentriert Private Assets nun zwei seiner Industrieaktivitäten in einer gemeinsamen Gesellschaft. Das gut gefüllte Auftragsbuch und der geplante Kapazitätsausbau sollen die Grundlage für das angestrebte Wachstum bis 2027 schaffen.
Quelle: Private Assets SE & Co. KGaA / Foto: Fotolia