Preissprung bei Nickel

von Angelika Albrecht

Wie Commerzbank Research meldet, ist der LME-Nickelpreis jüngst auf knapp unter 20.000 USD je Tonne gestiegen. Damit hat Nickel wieder die Position des Top-Performers unter den wichtigen Industriemetallen dieses Jahr eingenommen, mit einem Plus von mittlerweile 19% seit Anfang des Jahres.

Grundsätzlich ist der Preis dem allgemeinen Aufwärtstrend an den Industriemetallmärkten im Zuge sich aufhellender Konjunkturaussichten gefolgt, der jüngst außergewöhnlich kräftige Preissprung wird laut Commerzbank-Analysten aber auch zum Teil auf Angebotssorgen wie auch einer starken Nachfrage aus China zurückgeführt. So hat die Regierung in Indonesien einem Reuters-Bericht zufolge, entgegen ihrer Pläne, dies bis Ende März zu erledigen, wohl noch nicht sämtliche ausstehenden Schürfrechte an die heimischen Minenbetreiber vergeben. Bislang scheint dies noch keine Auswirkungen auf die Verarbeitungsindustrie, die offenbar noch über genügend Nickelerzbestände verfügt, zu haben. Doch nachdem sich die Vergabe der Abbaurechte mittlerweile seit einem halben Jahr verzögert, könnten sich diese Lagerbestände bald dem Ende neigen. So sei das indonesische Erzangebot mittlerweile einer Reuters-Quelle zufolge "überaus eng".

Hinzukommen laut Commerzbank Gerüchte, nach welchen Chinas verantwortliche Behörde plant, die strategischen Nickelreserven des Landes deutlich auszuweiten. Die Rede sei von einer Aufstockung in Höhe von 200 Tsd. Tonnen Nickelroheisen (NPI). Andere von Reuters zitierte Quellen sprechen jedoch von lediglich 20 Tsd. Tonnen, was weniger der Rede wert ist.

Die Rohstoffexperten der Commerzbank sehen den Nickelpreis ganz unabhängig dieser Gerüchte nachfrageseitig auf mittlere Sicht auf den aktuellen Niveaus gut unterstützt. Denn auch der Nickelbedarf dürfte sich mit einer anziehenden Konjunktur, die durch Zinssenkungen weltweit im Laufe des Jahres gestützt wird, wieder erhöhen. Die Lagerbestände an der LME, die seit Anfang des Monats leicht rückläufig sind wie auch die Statistiken der International Nickel Study Group, die seit Anfang des Jahres einen gegenüber dem Vorjahr fallenden Angebotsüberschuss ausweisen, unterstützen diese Annahme.


Quelle: Commerzbank AG / Commerzbank Commodity Research / Vorschaubild: Fotolia

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