Pkw-Neuzulassungen: Elektroautos treiben Wachstum im Oktober

von Hubert Hunscheidt

Der deutsche Pkw-Markt hat im Oktober 2026 leicht zugelegt. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wurden 254.492 Personenkraftwagen neu zugelassen. Das entspricht einem Anstieg von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders deutlich fiel das Wachstum bei batterieelektrischen Fahrzeugen aus, während klassische Verbrenner weiter Marktanteile verloren.

Die Zahl der privaten Neuzulassungen stieg um 20,6 Prozent. Ihr Anteil am Gesamtmarkt erreichte 40,7 Prozent. Bei den gewerblichen Zulassungen verzeichnete das KBA dagegen einen Rückgang um 8,2 Prozent.

Elektroautos erreichen 37 Prozent Marktanteil

Mit 94.086 Neuzulassungen legten rein batterieelektrische Pkw (BEV) gegenüber Oktober 2025 um 79,5 Prozent zu. Ihr Marktanteil erreichte damit 37,0 Prozent.

Bei den Hybridfahrzeugen registrierte das KBA 95.931 Neuzulassungen, 5,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Darunter befanden sich 28.499 Plug-in-Hybride, deren Zulassungen um 7,9 Prozent zurückgingen.

Deutlich schwächer entwickelten sich die klassischen Verbrennungsmotoren. Die Zahl der neu zugelassenen Benziner sank um 40,5 Prozent auf 38.516 Fahrzeuge. Bei den Dieselfahrzeugen betrug der Rückgang 21,6 Prozent auf 23.882 Einheiten. Die Marktanteile lagen damit bei 15,1 beziehungsweise 9,4 Prozent.

Der durchschnittliche CO₂-Ausstoß der neu zugelassenen Pkw verringerte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 21,1 Prozent auf 79,4 Gramm je Kilometer.

VW bleibt Marktführer – unterschiedliche Entwicklung bei deutschen Herstellern

Unter den deutschen Automobilmarken behauptete Volkswagen mit einem Marktanteil von 18,2 Prozent seine Spitzenposition, obwohl die Neuzulassungen gegenüber Oktober 2025 um 4,0 Prozent zurückgingen.

Mercedes verzeichnete ein Plus von 8,5 Prozent und erreichte einen Marktanteil von 10,3 Prozent. BMW legte um 0,1 Prozent zu und kam auf 9,3 Prozent.

Rückläufig entwickelten sich dagegen die Zulassungen von Opel mit minus 24,1 Prozent, Ford mit minus 9,8 Prozent und Audi mit minus 8,4 Prozent.

Unter den Importmarken erzielte BYD einen Zuwachs von 54,3 Prozent und erreichte einen Marktanteil von 2,0 Prozent. MG Roewe legte um 48,5 Prozent zu. Die tschechische VW-Tochter Škoda blieb mit einem Marktanteil von 7,7 Prozent die stärkste Importmarke, obwohl ihre Neuzulassungen um 12,1 Prozent zurückgingen.

SUV dominieren weiterhin den Neuwagenmarkt

Mit einem Anteil von 37,8 Prozent blieben SUV das größte Fahrzeugsegment. Ihre Neuzulassungen stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 13,3 Prozent.

Dahinter folgten Kleinwagen mit einem Marktanteil von 13,7 Prozent und die Kompaktklasse mit 13,6 Prozent. Während Kleinwagen um 9,1 Prozent zulegten, verzeichnete die Kompaktklasse einen Rückgang von 15,3 Prozent.

Bei den Nutzfahrzeugen meldete das KBA ebenfalls Zuwächse. Die Neuzulassungen von Lastkraftwagen stiegen um 10,3 Prozent, die der Sattelzugmaschinen um 19,6 Prozent.

Bedeutung für die Stahlindustrie

Für die Stahlindustrie bleibt die Entwicklung des Automobilmarktes ein wichtiger Nachfrageindikator. Fahrzeughersteller und ihre Zulieferer gehören zu den bedeutenden Abnehmern von Flachstahl, insbesondere von kaltgewalzten, beschichteten und hochfesten Stahlprodukten.

Die zunehmende Elektrifizierung verändert dabei die Anforderungen an die eingesetzten Werkstoffe. Neben hochfesten Stählen für Karosserie und Fahrwerk gewinnen beispielsweise Elektroband für elektrische Antriebe sowie Werkstoffe für Batteriegehäuse an Bedeutung.

Allerdings lassen die Zulassungszahlen allein keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die Nachfrage nach Stahl aus deutscher Produktion zu. Dafür sind auch die Produktionsstandorte der Fahrzeughersteller, ihre Lieferketten und die Entwicklung der Automobilexporte entscheidend.

Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) wurden im Oktober rund 326.300 Pkw in Deutschland produziert. Das waren sieben Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Exporte gingen um knapp zehn Prozent auf rund 246.500 Fahrzeuge zurück. Damit zeigt sich trotz steigender Neuzulassungen im Inland weiterhin eine schwächere Entwicklung der heimischen Automobilproduktion.

Quelle: KRAFTFAHRTBUNDESAMT / Foto: Fotolia