Outokumpu begrüßt Industrial Accelerator Act der EU

von Hubert Hunscheidt

Der finnische Edelstahlhersteller Outokumpu hat den von der Europäischen Kommission vorgestellten Industrial Accelerator Act (IAA) begrüßt. Der Gesetzesvorschlag zielt darauf ab, industrielle Kapazitäten in Europa schneller auszubauen, die wirtschaftliche Sicherheit zu stärken und die Dekarbonisierung strategischer Industrien zu beschleunigen.

Hintergrund sind zunehmende geopolitische Spannungen, wachsende Abhängigkeiten in kritischen Wertschöpfungsketten sowie die zuletzt gesunkene Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie. Der Industrial Accelerator Act soll diese Herausforderungen adressieren, indem Industrie-, Handels- und Klimapolitik stärker miteinander verzahnt werden.

Outokumpu unterstützt insbesondere Maßnahmen, die die Nachfrage nach klimafreundlichen Produkten erhöhen und die Produktion innerhalb Europas stärken. Dazu zählen unter anderem eine stärkere Berücksichtigung europäischer Anbieter bei öffentlichen Ausschreibungen sowie sogenannte „Made-in-EU“-Anforderungen. Diese sollen sicherstellen, dass öffentliche Beschaffung die Nachfrage nach CO₂-armen, in Europa produzierten Materialien stärkt, statt indirekt emissionsintensive Importe zu fördern.

Nach Einschätzung des Unternehmens ist eine widerstandsfähige europäische Stahlindustrie eine zentrale Voraussetzung für strategisch wichtige Sektoren wie erneuerbare Energien, Wasserstoffinfrastruktur, Elektrifizierung, Transport und Mobilität, Bauwesen sowie Verteidigungs- und Sicherheitsindustrien. Positiv bewertet Outokumpu daher auch, dass Stahl im Vorschlag ausdrücklich als strategischer Industriezweig genannt wird.

Darüber hinaus fordert das Unternehmen weitere Schritte zur Stärkung der europäischen Stahlindustrie. Dazu gehört die Einführung eines EU-Labels für CO₂-armen Stahl, das Herstellern die transparente Darstellung ihrer Treibhausgasbilanz ermöglichen und Einkäufern eine bessere Orientierung bei der Materialauswahl bieten soll. Zusätzlich plädiert Outokumpu für spezifische Kriterien für CO₂-armen Edelstahl, da sich dessen Herstellungsprozesse und Emissionsprofile von anderen Stahlsorten unterscheiden.

Außerdem spricht sich das Unternehmen dafür aus, die „Made-in-EU“-Regelung auch auf Komponenten auszuweiten, die Stahl enthalten. Andernfalls bestehe das Risiko, dass emissionsintensiv erzeugte Stahlteile aus Drittstaaten importiert und erst in Europa zu Endprodukten montiert werden.

Aus Sicht von Outokumpu liefert der Industrial Accelerator Act wichtige Instrumente, um die industrielle Basis Europas zu stärken, Investitionen in klimafreundliche Technologien zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie langfristig zu sichern.

Quelle und Foto: Outokumpu Corp.