Orgalim warnt vor Wettbewerbsnachteilen durch neue EU-Stahlschutzmaßnahmen
von Hubert Hunscheidt
Die in Brüssel ansässige Industrieorganisation Orgalim hat deutliche Kritik an den von der Europäische Kommission vorgeschlagenen neuen Maßnahmen zum Schutz des EU-Stahlmarktes geäußert. Gemeinsam mit zehn weiteren europäischen Handelsverbänden warnt Orgalim vor spürbaren negativen Folgen für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit in Europa, insbesondere für stahlverarbeitende Branchen.
Nach Einschätzung der Verbände wird die kombinierte Wirkung aus dem CO₂-Grenzausgleichssystem CBAM, dem schrittweisen Auslaufen kostenloser Emissionszertifikate im EU-Emissionshandel sowie den geplanten zusätzlichen Schutzmaßnahmen die Kosten für sowohl in der EU produzierten als auch importierten Stahl weiter erhöhen. Dies treffe vor allem die nachgelagerten Industrien und verschärfe den Wettbewerbsdruck gegenüber internationalen Standorten.
Ulrich Adam, Generaldirektor von Orgalim, bezeichnete die neuen Schutzmaßnahmen als Rückschlag für die europäische industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Um eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung zu ermöglichen, müsse Europa das Geschäftsumfeld für seine Technologie- und Industriebranchen gezielt verbessern.
Dazu zählten aus Sicht von Orgalim insbesondere eine Vereinfachung regulatorischer Vorgaben und der Abbau administrativer Belastungen, die derzeit Ressourcen binden, welche für Wachstum und Innovation benötigt würden. Zudem seien höhere öffentliche und private Investitionen in Forschung, Innovation und industrielle Transformation erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit künftiger Technologien zu sichern. Ergänzend fordert der Verband, die Handelspolitik aktiv weiterzuentwickeln und neue Handelsabkommen mit zusätzlichen Absatzmärkten voranzutreiben.
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Quelle: Orgalim AISBL / Foto: marketSTEEL