Autor: von Angelika Albrecht

09.01.2019

Öl weniger, Palladium teurer, Kupferproduktion höher

Frankfurt/M. - In ihrem Rohstoffbericht vom 8.1.2019 berichtet die Commerzbank von einem weiteren Anstieg der Ölpreise. Brent erreichte 59 USD je Barrel, WTI fast die Marke von 50 USD. Saudi-Arabien beabsichtigt, die Rohölexporte bis Ende Januar um 800 Tsd. Barrel pro Tag gegenüber dem November-Niveau zu reduzieren. Die Exporte sollen dann bei 7,1 Mio. Barrel pro Tag liegen.

Dieses Niveau hatte bis Sommer letzten Jahres Bestand, bevor Saudi-Arabien die Produktion deutlich erhöhte. Saudi-Arabien setzt somit die vereinbarten Produktionskürzungen um. Bereits im Dezember hatte der größte OPEC-Produzent laut einer Reuters-Umfrage seine Ölproduktion um 400 Tsd. auf 10,6 Mio. Barrel pro Tag reduziert. Energieminister al-Falih hatte bei der OPEC-Sitzung Anfang Dezember eine weitere Reduktion auf 10,2 Mio. Barrel pro Tag für Januar in Aussicht gestellt.

Palladium setzt Höhenflug fort

Palladium hält sich über der Marke von 1.300 USD je Feinunze, die es Ende letzter Woche erstmals überhaupt überwunden hatte. Damit setzt Palladium seinen Höhenflug, der bereits im Sommer begann, auch zu Beginn des neuen Jahres fort.

Der Palladiummarkt ist offenbar weiterhin sehr knapp. Die Commerzbank vermutet, dass sich möglicherweise einige Händler und Verbraucher in Erwartung strikterer Abgasnormen, die mehr Palladium in den Katalysatoren mit sich bringen, mit Palladium eindecken. Der Preis könnte aber auch durch spekulative Finanzinvestoren nach oben getrieben sein.

Deutlich höhere Kupferproduktion in Chile und Peru im November

Die Metallpreise haben ihre Gewinne von Ende letzter Woche weitgehend verteidigt, aber keinen weiteren Boden hinzugewonnen. Kupfer handelt am 8.1. morgens bei gut 5.900 USD je Tonne. Wie Commerzbank Research berichtet ist die chilenische Kupferproduktion im November gemäß Daten der nationalen Statistikbehörde INE gegenüber Vorjahr um 7% gestiegen. Dies ist auf eine höhere Verarbeitungsrate von Kupfererz und auf einen höheren Metallgehalt im Erz zurückzuführen.

Von Januar bis November wurden 5,34 Mio. Tonnen Kupfer produziert, 6% mehr als im Vorjahr. Die Produktion hat damit in 2018 wohl ein Mehrjahreshoch erreicht. Vor allem in der „Escondida"-Mine wurde 2018 nach den streikbedingten Ausfällen im Vorjahr wieder deutlich mehr Kupfer produziert. Zudem wurden in dem Minenkomplex weitere Verarbeitungsanlagen in Betrieb genommen.

Auch in Peru wurde im November laut Regierungsangaben deutlich mehr Kupfer produziert.

Zink dürfte von Rebalancing großer Rohstoff-Indizes profitieren

Aktuell führen die beiden großen Rohstoff-Indizes, der S&P GSCI und der Bloomberg Commodity Index, ihr jährliches Rebalancing durch. Im Industriemetallbereich dürften die größten Auswirkungen bei Zink zu spüren sein. Denn Zink war 2018 der größte Verlierer im Sektor, entsprechend muss es jetzt wieder nachgekauft werden. Investmentprodukte im Umfang von ca. 150 Mrd. USD bilden die beiden Rohstoff-Indizes ab und müssen daher die Änderungen in der Gewichtung nachvollziehen.

QuelleCommerzbank Commodity Research  / Commerzbank AG   

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