Wind und Solar führen Strommix an – Erneuerbare 2025 bei 55,9 Prozent

von Hubert Hunscheidt

Nach Auswertung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE lag der Anteil erneuerbarer Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland im Jahr 2025 – wie bereits im Vorjahr – bei 55,9 Prozent. Insgesamt wurden rund 278 Terawattstunden (TWh) Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt, davon 256 TWh in das öffentliche Netz eingespeist. Windenergie blieb mit 132 TWh der wichtigste Energieträger, obwohl die Erzeugung witterungsbedingt um 3,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag. Photovoltaik steigerte ihre Produktion hingegen um 21 Prozent auf rund 87 TWh und überholte damit erstmals die Braunkohle.

Der Zuwachs bei Solarstrom resultierte aus einem Nettozubau von rund 16,2 Gigawatt Modulleistung. Dennoch verfehlt Deutschland seine Ausbauziele: Um die Klimaziele zu erreichen, müsste der jährliche Zubau ab 2026 auf etwa 22 Gigawatt steigen. Auch beim Windkraftausbau besteht erheblicher Nachholbedarf. Ende 2025 waren lediglich 68,1 Gigawatt installiert, vorgesehen waren 76,5 Gigawatt. Die unzureichende Entwicklung bei Onshore- und Offshore-Wind wirkt sich laut Fraunhofer ISE überproportional auf die Strommengen aus.

Die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern blieb insgesamt nahezu konstant. Während die Braunkohleverstromung um 3,9 TWh auf 67,2 TWh zurückging, stieg die Nutzung von Erdgas auf 52,4 TWh für die öffentliche Stromversorgung sowie weitere 26,1 TWh für den industriellen Eigenverbrauch. Die CO₂-Emissionen der deutschen Stromerzeugung lagen 2025 bei rund 160 Mio. Tonnen und damit auf dem Niveau des Vorjahres – insgesamt 58 Prozent unter dem Stand von 1990.

Parallel nahm die Bedeutung von Batteriespeichern deutlich zu. Die Kapazität von Großbatteriespeichern wuchs binnen eines Jahres um rund 60 Prozent auf 3,7 GWh, während insgesamt knapp 25 GWh Speicherkapazität installiert sind. Modellrechnungen des Fraunhofer ISE gehen bis 2030 von einem Speicherbedarf zwischen 100 und 170 GWh aus. Diese Entwicklung verändert nach Einschätzung der Wissenschaftler zunehmend die Funktionsweise des Stromsystems.

Für die Industrie bleibt der Strommarkt dennoch herausfordernd: Der durchschnittliche Day-Ahead-Börsenstrompreis stieg 2025 um knapp 11 Prozent auf 86,55 Euro je Megawattstunde. Gleichzeitig sank der Importüberschuss im Stromhandel auf rund 21,9 TWh. Insgesamt zeigt die Jahresauswertung, dass der Umbau des Stromsystems vorankommt, jedoch insbesondere beim Ausbau der Erzeugungskapazitäten und der Systemintegration weiterhin strukturelle Defizite bestehen.

Quelle: Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE / Foto: marketSTEEL