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OECD warnt vor verschärfter Stahlkrise: Überkapazitäten und Handelsumgehung nehmen zu

26. März 2026 von Hubert Hunscheidt

Die Lage auf den internationalen Stahlmärkten verschärft sich weiter. Auf der 99. Sitzung des OECD-Stahlkomitees am 23. und 24. März 2026 in Paris warnte die Vorsitzende Sheryl Groeneweg vor einer zunehmenden strukturellen Krise, die durch globale Überkapazitäten, verzerrte Wettbewerbsbedingungen und wachsende Handelskonflikte geprägt ist.

Im Zentrum der Diskussion stand die weiterhin steigende weltweite Überkapazität. Diese erreichte im Jahr 2025 rund 640 Millionen Tonnen und übersteigt damit die gesamte Stahlproduktion der OECD-Staaten deutlich. Gleichzeitig ist die globale Stahlkapazität in den vergangenen vier Jahren kontinuierlich gewachsen und lag zuletzt bei rund 2,45 Milliarden Tonnen. Besonders außerhalb der OECD wird weiter massiv investiert, während die Kapazitäten in den Industrieländern tendenziell zurückgehen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei China. Der Anteil des Landes an den globalen Überkapazitäten stieg im Jahr 2025 auf über 50 Prozent. Gleichzeitig erreichten die chinesischen Stahlexporte mit 131 Millionen Tonnen ein Rekordniveau und haben sich innerhalb von drei Jahren nahezu verdoppelt. Diese Entwicklung führt zu erheblichen Verwerfungen auf den internationalen Märkten, da überschüssige Produktion verstärkt in den Export gelenkt wird und dort Preise sowie Margen unter Druck setzt.

Auch die Nachfrageseite bietet derzeit wenig Entlastung. Die globale Stahlnachfrage ist seit vier Jahren rückläufig und ging 2025 um mehr als zwei Prozent zurück. Für 2026 wird zwar ein moderates Wachstum erwartet, allerdings bestehen erhebliche Unsicherheiten, insbesondere im Zusammenhang mit den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Während China weiterhin einen strukturellen Nachfragerückgang verzeichnet, zeigen Regionen wie Indien, Südostasien oder der Nahe Osten noch vergleichsweise robuste Wachstumsperspektiven.

Vor diesem Hintergrund gewinnen handelspolitische Maßnahmen zunehmend an Bedeutung. Die OECD-Mitgliedstaaten haben ihre Schutzinstrumente in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet, darunter Antidumping- und Ausgleichszölle sowie Quotenregelungen. Allein im Jahr 2025 wurden 75 neue Verfahren eingeleitet. Dennoch sieht das Stahlkomitee die Wirksamkeit dieser Maßnahmen zunehmend gefährdet.

Ein zentrales Problem ist die wachsende Umgehung bestehender Handelsmaßnahmen. Laut OECD greifen Exporteure verstärkt auf komplexe Strategien zurück, etwa durch Umladungen über Drittländer, minimale Produktanpassungen oder Investitionen in Produktionskapazitäten außerhalb der Ursprungsländer. Auch der Export von stahlintensiven Weiterverarbeitungsprodukten, die nicht unter bestehende Maßnahmen fallen, nimmt zu. Diese Entwicklungen untergraben die Wirkung bestehender Schutzinstrumente und verschärfen den Wettbewerbsdruck.

Zusätzlich verstärken staatliche Subventionen die Marktverzerrungen. Neue Analysen der OECD zeigen, dass insbesondere in China die staatliche Unterstützung für Stahlunternehmen deutlich zugenommen hat. Die Subventionsintensität liegt demnach um ein Vielfaches höher als in anderen Regionen. Allein im Jahr 2025 wurden zahlreiche neue Förderprogramme auf regionaler Ebene aufgelegt, die aus Sicht des Stahlkomitees erheblich zur Aufrechterhaltung der Überkapazitäten beitragen.

Auch die Transformation der Branche gerät zunehmend unter Druck. Die anhaltend schwierigen Marktbedingungen erschweren Investitionen in innovative Technologien, emissionsärmere Produktionsverfahren sowie Qualifizierung und Beschäftigung. Gleichzeitig wurde betont, dass eine sichere und bezahlbare Energieversorgung eine zentrale Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit der Stahlindustrie darstellt.

Vor diesem Hintergrund setzt die OECD verstärkt auf internationale Zusammenarbeit. Das Global Forum on Steel Excess Capacity (GFSEC) arbeitet derzeit an einem neuen Rahmen für gemeinsame Maßnahmen, der bis Mitte 2026 konkrete Ansätze zur Bewältigung der strukturellen Probleme liefern soll. Ziel ist es, Wettbewerbsverzerrungen zu reduzieren, Transparenz zu erhöhen und die Wirksamkeit handelspolitischer Instrumente zu verbessern.

Die Botschaft aus Paris ist klar: Ohne koordinierte politische Maßnahmen drohen steigende Kosten, weitere Arbeitsplatzverluste und eine zunehmende Gefährdung der industriellen Basis in vielen Volkswirtschaften.

Quelle: OECD / Foto: marketSTEEL



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