Nicht jeder verzinkte Stahl ist gleich

von Angelika Albrecht

Bei verzinktem Stahl wird eine Zinkschicht auf die Oberfläche des Stahls aufgebracht. Das Zink schützt den Stahl zuverlässig vor Korrosion. Dieses Prinzip gilt sowohl für die galvanische als auch für die Feuerverzinkung. Allerdings unterscheiden sich die angewendeten Techniken sowie das Schutzniveau der beiden Verfahren erheblich.

Die Unterschiede in Kürze

Beim elektrolytischen Verzinken – auch als galvanisches Verzinken bekannt – wird mithilfe von elektrischem Strom eine relativ dünne Zinkschicht aufgetragen. Beim thermischen Verzinken (Feuerverzinken) erfolgt dies durch Eintauchen in geschmolzenes Zink, wodurch eine deutlich dickere Schutzschicht entsteht.

Der wesentliche Unterschied:

Galvanisch verzinkter Stahl ist kostengünstiger, bietet jedoch in erster Linie Schutz während Lagerung und Transport. Feuerverzinkter Stahl ist zwar teurer, dafür aber wesentlich robuster gegenüber Korrosion, mechanischen Einflüssen und Abnutzung.

Übersicht der wichtigsten Unterschiede:

Wie funktioniert galvanisches Verzinken?

Zunächst wird das gründlich gereinigte Stahlteil an den Minuspol einer Stromquelle angeschlossen – es dient als Kathode. Anschließend wird der Pluspol mit einem Zinkstab (Anode) verbunden. Galvanisches VerzinkenBeide werden in ein Elektrolytbad mit Zinkionen getaucht. Nach dem Einschalten der Stromquelle gibt die Anode Elektronen ab, wodurch sich Zinkionen lösen und an der Stahloberfläche abscheiden. So entsteht eine gleichmäßige, dünne Zinkschicht auf dem Werkstück.

Diese Technik wird umgangssprachlich oft als Galvanisieren bezeichnet – eine Bezeichnung, die technisch nur teilweise korrekt ist.

247tailorsteel führt galvanisch verzinkten Stahl unter dem Namen Zincor.


Wie funktioniert die Feuerverzinkung?

In der Praxis wird unter Feuerverzinkung in der Regel eine von zwei Methoden verstanden:

  1. Schmelztauchverzinken (klassische Feuerverzinkung)
  2. Flammspritzen (auch Schoopierung genannt)

Beim klassischen Schmelztauchverzinken wird das Stahlteil zunächst gründlich gereinigt und in eine Flussmittellösung getaucht, um Oxidation vor dem Zinkbad zu verhindern. Anschließend wird es bei ca. 450 °C in geschmolzenes Zink eingetaucht. Dabei bildet sich eine legierte Zink-Eisen-Schicht mit darüberliegendem reinem Zink. Nach dem Abkühlen ist das Teil einsatzbereit.

Beim Flammspritzen wird das Stahlobjekt zunächst gestrahlt und anschließend mit Zink besprüht. Ein Zinkdraht wird durch eine Flamme auf ca. 2200 °C erhitzt. Das geschmolzene Zink wird mithilfe von Druckluft auf die Oberfläche aufgetragen. Diese Schicht – auch Schoopierschicht genannt – muss abschließend versiegelt werden.

Welche Methode die geeignete ist, hängt von den Anforderungen Ihres Projekts ab:

  • Das Schmelztauchverfahren bietet langanhaltenden Schutz, auch für Hohlräume (z. B. in Rohren – auf Ablauföffnungen achten!).
  • Das Flammspritzen ermöglicht kontrolliertes Arbeiten – auch vor Ort – und kommt ohne Zinkbad aus.


Quelle und Bilder: 247TailorSteel Deutschland GmbH