Neues Achsmontagewerk in Allershausen bei München eröffnet
von Hubert Hunscheidt
Der Standort nördlich von München ist auf die Montage von Vorder- und Hinterachsen für neue Fahrzeuggenerationen von BMW ausgerichtet. An der Eröffnung nahm unter anderem der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder teil.
Dr. Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident: „Bayern ist Autoland – und das soll so bleiben. Eine große Freude war daher die Eröffnung des neuen Achsmontagewerks von thyssenkrupp Automotive Technology in Allershausen bei München gemeinsam mit Staatsminister Florian Herrmann. Die Investition mit rund 250 neuen Arbeitsplätzen ist ein starkes Signal für den Standort Bayern – gerade bei den schwierigen Rahmenbedingungen für das Auto. Für Erfolg braucht es Innovationen und Dynamik. thyssenkrupp trifft mit dem Partner BMW auf ein perfektes Umfeld. Bayern steht für Hightech und Technologie: Wir sind Nummer 1 bei Start-ups und Spitzen-Universitäten, sind Heimat für internationale Tech-Unternehmen und haben Aushängeschilder wie das Mondkontrollzentrum. Mit der Hightech Agenda Bayern investieren wir sieben Mrd. Euro in Zukunftstechnologien. Ingenieurskunst und Digitalisierung sind unsere Stärken. Als Staatsregierung setzen wir auch künftig auf das Auto: Wir stehen für Technologieoffenheit und bauen die E-Mobilität und Ladeinfrastruktur massiv aus. Es braucht aber auch auf EU-Ebene das Aus vom Verbrenner-Aus. Alles Gute und herzlichen Glückwunsch zum 30-jährigen Firmenjubiläum!“
Dr. Volkmar Dinstuhl, CEO von thyssenkrupp Automotive Technology: „Eine starke Zulieferindustrie ist Voraussetzung für eine wettbewerbsfähige Automobilindustrie in Europa. Resiliente Lieferketten, industrielle Kompetenz und die Nähe zur Fahrzeugproduktion gewinnen angesichts globaler Unsicherheiten weiter an Bedeutung. Gerade in einem anspruchsvollen Marktumfeld setzen wir mit Investitionen wie in Allershausen ein klares Signal für industrielle Zukunftsfähigkeit und verlässliche industrielle Wertschöpfung in Deutschland und Europa.“
Mit rund 19.000 Quadratmetern Fläche für Logistik und Fertigung ist das Werk auf eine effiziente, hochautomatisierte Achsmontage ausgelegt. Für Anlagen und Produktionsausstattung wurde ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag investiert. Am Standort entstehen rund 250 Arbeitsplätze in technischen und gewerblichen Funktionen; zusätzlich sind Ausbildungsplätze für künftige Fachkräfte geplant.
Der Serienanlauf ist für diesen Sommer geplant. Die Produktion erfolgt im Zweischichtbetrieb; die Taktzeit beträgt bis zu 55 Achsen pro Stunde – das entspricht rund einer Achse pro Minute. Zum Einsatz kommen Just-in-Time- und Just-in-Sequence-Prozesse, bei denen die Achssysteme bedarfsgerecht und in exakt der Reihenfolge der Fahrzeugmontage an den Automobilhersteller geliefert werden.
Betrieben wird der Standort von der thyssenkrupp Automotive Systems GmbH, dem Spezialisten für Achsmontage und Logistik innerhalb des Segments Automotive Technology. Die Werkseröffnung fällt in das Jahr des 30-jährigen Bestehens des Geschäftsbereichs.
Dr. Dominik Gläßer, Geschäftsführer von thyssenkrupp Automotive Systems: „Mit dem Werk in Allershausen setzen wir die Entwicklung unseres Geschäfts konsequent fort – von den Anfängen in Deutschland hin zu einem international aufgestellten Systemanbieter. Bayern und die Region München gehören zu den stärksten Automobilstandorten Europas. Mit Allershausen stärken wir die industrielle Wertschöpfung vor Ort und stellen zugleich die robuste, kundennah organisierte Versorgung des BMW-Werks München sicher.“
Allershausen liegt rund 35 Kilometer nördlich des BMW-Werks München und ist verkehrsgünstig direkt an der A9 angebunden. Für die Achslogistik ist der Einsatz von Elektro-Lkw geplant. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Biogasanlage und unterstützt die nachhaltige Ausrichtung des Standorts.
Als globaler Systemlieferant entwickelt und betreibt thyssenkrupp Automotive Systems Montage- und Logistiklösungen für Fahrwerks- und Antriebsmodule – insbesondere Achssysteme –, die just-in-time und just-in-sequence an Fahrzeughersteller geliefert werden. Kernaufgabe ist es, die Komplexität in den Lieferketten der OEMs zu reduzieren, indem Modul- und Systemmontage sowie das Lieferanten- und Qualitätsmanagement an mehreren Standorten weltweit übernommen werden.
Seit den Anfängen Mitte der 1990er-Jahre hat sich das Achsmontage- und Logistikgeschäft zu einem international aufgestellten Systemgeschäft mit breiter Kundenbasis entwickelt – darunter OEMs wie BMW, Porsche, Volkswagen und Mercedes-Benz. Heute betreibt das Unternehmen Montage- und Logistikstandorte in mehreren Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Mexiko und Ungarn, und unterstützt Fahrzeughersteller weltweit mit integrierten, kundennahen Lösungen.
Quelle und Foto: thyssenkrupp AG