Autor: von Alfons Woelfing

08.02.2019

MSH-Profile mit scharfen Kanten

Stahlbau-Hohlprofile weisen erhebliche Unterschiede auf. Diese werden beeinflusst durch die der Art der Produktion, warmgeformt nach DIN EN 10210 oder kaltgeformt nach DIN EN 10219. Definierte Produkteigenschaften wie Werkstoff, Mechanische Eigenschaften, Lieferzustand, verschiedene geometrische Toleranzen und nicht zuletzt die Oberflächenbeschaffenheit sind für die Auswahl des geeigneten Profils entscheidend. Insbesondere ein bisher weniger beachtetes Unterscheidungsmerkmal hat einen großen Einfluss auf die Verarbeitungseigenschaften, die statischen Werte und nicht zuletzt auf das optische Erscheinungsbild von Hohlprofilen hat. Die Rede ist vom Kantenradius.

Kantenradius und die statischen Werte

Bei warmgeformten Hohlprofilen lässt die DIN EN 10210 einen maximalen Kantenradius von 3-mal der Wanddicke zu. Bedingt durch die Warmumformung bieten MSH-Profile bereits einen deutlich kleineren Kantenradius von typischerweise kleiner 2-mal der Wanddicke. Damit liegen MSH-Profile immer sicher in der normierten Vorgabe zur Ermittlung der statischen Werte nach DIN EN 10210-2. Besonders bei kompakten Querschnitten mit im Verhältnis zu den Außenabmessungen dickeren Wänden, führt dies zu einer größeren Auflagefläche und damit verbunden zu erheblich verbesserten statischen Werten.

Kantenradius und Designfreiheit

Über Normvorgaben hinaus möchte Vallourec auf sein MSH-Programm mit besonders scharfen Kanten aufmerksam machen. Die Fertigungsanlagen können so angepasst werden, dass der entstehende Kantenradius maximal 1-mal der Wanddicke entspricht. Dies wird in Abstimmung mit den Kunden garantiert und eröffnet neue Designmöglichkeiten. Enge Kantenradien können auch optisch überzeugen. Wenn Hohlprofile miteinander verbunden oder an andere Elemente angeschlossen werden gilt: Je kleiner der Radius, umso kleiner die sich ergebende Fuge.

Kantenradius und Schweißen

Werden zwei Hohlprofile der Länge nach miteinander verschweißt, so hat der Kantenradius einen maßgebenden Einfluss auf die Menge des benötigten Schweißzusatzwerkstoffes. Generell gilt: Ein Kantenradius der die Anforderung nach Norm knapp erfüllt benötigt 9-mal mehr Schweißzusatzwerkstoff in der Fuge als ein MSH Profil mit extra scharfem Radius.

Aufgrund dieser Produkteigenschaften werden MSH-Profile mir scharfen und extra-scharfen Kantenradien besonders bei außergewöhnlichen geometrischen Anforderungen oder mechanischen Beanspruchungen genutzt. Seit Jahrzehnten sind MSH-Profile mit scharfen und extra scharfen Kanten der Problemlöser, ob beim Bau von landwirtschaftlichen Maschinen, bei Kranen oder anderen komplexen Stahlbaukonstruktionen wie z.B. Fassaden.

Nähere Informationen sind hier erhältlich.

Quelle und Fotos: Vallourec

Zulässig nach EN:                                                                                MSH extra scharfer Kantenradius: