Mit einem Absatz von 850.000 Tonnen legt der Stahlhandel im Juli kräftig zu
von Hubert Hunscheidt
Nach dem verhaltenen Mai hat der deutsche Stahlhandel seine Absatzmengen zuletzt wieder deutlich gesteigert. Im Juli 2026 erreichte der Lagerabsatz von Walzstahlfertigerzeugnissen nach Angaben der BDS AG insgesamt 885.189 Tonnen. Damit lag er rund 4,4 Prozent über dem Juni und gut 3,2 Prozent über dem Juli 2025.
Besonders kräftig entwickelte sich der Absatz von Flachprodukten. Er stieg von 481.528 Tonnen im Juni auf 507.498 Tonnen im Juli. Auch bei den Langprodukten ging es weiter aufwärts: Nach 292.906 Tonnen im Juni wurden im Juli 293.272 Tonnen abgesetzt. Bei Walzdraht und warmgewalztem Bandstahl erhöhte sich der Absatz deutlich von 73.581 auf 84.419 Tonnen.
Zweites Quartal über Vorjahresniveau
Bereits das zweite Quartal 2026 hatte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbessert. Durchschnittlich setzte der Stahlhandel von April bis Juni monatlich 818.333 Tonnen ab. Im zweiten Quartal 2025 waren es 784.400 Tonnen gewesen. Damit ergibt sich ein Zuwachs von gut 4,3 Prozent.
Auffällig bleibt dabei die Entwicklung der Langprodukte. Ihr durchschnittlicher Monatsabsatz stieg im zweiten Quartal 2026 auf 279.392 Tonnen, nach 257.101 Tonnen im entsprechenden Vorjahresquartal. Bei den Flachprodukten fiel das Plus mit 463.728 gegenüber 456.190 Tonnen moderater aus.
Lagerbestände steigen im Juli
Mit dem höheren Absatz gingen im Juli allerdings auch steigende Lagerbestände einher. Insgesamt lagerten beim deutschen Stahlhandel 1,919 Millionen Tonnen Walzstahlfertigerzeugnisse. Im Juni waren es noch 1,892 Millionen Tonnen. Gegenüber Juli 2025 mit 1,887 Millionen Tonnen ergibt sich ebenfalls ein leichter Anstieg.
Vor allem die Flachproduktbestände erhöhten sich und erreichten im Juli 1,261 Millionen Tonnen. Bei Langprodukten stiegen die Vorräte gegenüber Juni von 601.814 auf 620.140 Tonnen.
Nach dem außergewöhnlich starken März mit knapp 944.000 Tonnen Absatz hatte sich das Geschäft im Frühjahr zunächst normalisiert. Der Juli setzt nun wieder einen deutlichen Akzent nach oben. Ob daraus bereits eine nachhaltigere Belebung des deutschen Stahlhandels abzulesen ist, werden allerdings erst die kommenden Monate zeigen.
Quelle: BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel / Foto: marketSTEEL